Leipzig - Der in Leipzig festgenommene mutmaßliche Terrorist Dschaber al-Bakr hat die drei Syrer aus Leipzig, die in der Polizei auslieferten, der Mitwisserschaft beschuldigt. Laut Recherchen des MDR hatte al-Bakr in einer Vernehmung ausgesagt, dass seine Landsleute in die Anschlagspläne involviert gewesen sein sollen.

Sympathie für IS auf Facebook

Auf dem Facebookprofil des 22-Jährigen war die Radikalisierung des Mannes schon länger offensichtlich. Der MDR hatte den Account ausgewertet und seit Januar 2016 zahlreiche Beiträge entdeckt, die eine Sympathie für die Terrororganisation IS bestätigen. So habe er geschrieben, dass er in den Dschihad ziehen will und dass er Kreuzfahrer und Juden besiegen werde. Außerdem ist der laut MDR mit IS-Kämpfern auf Facebook befreundet.

Der MDR sprach auch mit der Familie des Terrorverdächtigen. Die bestätigten die Reisen al-Bakrs in die Türkei. Danach sei er verändert gewesen. Dessen in Syrien lebender Bruder sagte dem MDR: "Es ist alles so unglaublich, wir können uns nicht vorstellen, dass er zu so etwas fähig ist."

Der 22-jährige Dschaber al-Bakr steht unter dem Verdacht, einen Terroranschlag in Deutschland geplant zu haben. Nach einem Tipp des Verfassungsschutzes stürmte die Polizei dessen Wohnung in Chemnitz. Nach seiner Flucht wurde al-Bakr in Leipzig von Landsleuten gefesselt und der Polizei übergeben. (mz/ts)