Chemnitz - Es ist kalt geworden in Chemnitz. Windböen schütteln das Laub von den Bäumen, Nieselregen macht die Blätter auf den Gehwegen nass und rutschig. Kein Wetter, um draußen einen Kaffee zu trinken oder Mittag zu essen. Dabei stehen im Garten des Restaurants Mangal an der Straße der Nationen noch Tische und Stühle unter ausladenden Schirmen. Aber auch bei Sonnenschein könnte an diesem Tag hier niemand sitzen. Rot-weißes Polizeiabsperrband flattert im Wind und riegelt den Zugang zu dem Lokal ab. Das Restaurant ist ein Tatort.

Vor zehn Tagen, in der Nacht zum 18. Oktober, haben Unbekannte einen Brandanschlag auf das anatolische Restaurant verübt. Es war der vierte Angriff auf ein ausländisches Restaurant in Chemnitz innerhalb weniger Wochen. Ende August wurde am Rande einer Rechten-Demonstration das jüdische Restaurant Schalom mit Steinen beworfen. Anfang Oktober stürmten drei Männer mit Motorradhelmen das persische Restaurant Safran und griffen den Wirt an, der mit Verletzungen ins Krankenhaus kam. Schon ein paar Tage zuvor hatte er Hakenkreuzschmierereien in seinem Restaurant entdeckt.

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