Berlin - Die Panda-Bärin Meng Meng im Berliner Zoo macht den Pflegern seit einiger Zeit Sorgen, weil sie gern rückwärts läuft. Sie wird dafür ihre Gründe haben. Vielleicht ist es die gewaltige öffentliche Aufmerksamkeit, die sie gemeinsam mit ihrem Partner Jiao Qing seit der Ankunft vor ein paar Wochen ertragen muss. Sogar Angela Merkel und der chinesische Präsident Xi Jinping haben den Pandas ihre Aufwartung gemacht. Denn sie gelten als höchster Ausdruck der bemerkenswerten politischen Annäherung, die sich zwischen den beiden Ländern in den vergangenen Monaten zugetragen hat. Man nennt es auch Panda-Diplomatie.

Und so ist es gar nicht abwegig, den Bogen von der Laufstörung Meng Mengs zur aktuellen Störung der Beziehungen zwischen Berlin und Peking zu ziehen. Der Tod des chinesischen Dichters, Dissidenten und Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo wirft einen düsteren Schatten auf das gerade so schön erblühte deutsch-chinesische Verhältnis. Denn in dem unerbittlichen, kaltherzigen Umgang der chinesischen Parteiführung mit dem Oppositionellen Liu Xiaobo bis in den Tod zeigt sich plötzlich wieder das andere Gesicht dieses Staates, der vielleicht in Fragen des Klimaschutzes und des Freihandels inzwischen ein zuverlässiger Partner des Westens sein mag. In Fragen der Menschenrechte ist China meilenweit davon entfernt.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.