Berlin - „Überheblich, arrogant und unfähig, aus den eigenen Fehlern zu lernen. Das ist die Lage der liberalen Demokratien 30 Jahre nach dem Sieg im Kalten Krieg“ – so beginnt Antje Vollmers Abrechnung mit Hochmut und Niedergang der westlichen Demokratien, die jüngst hier erschien. Sie spart nicht mit schneidender Kritik am „moralischen Imperialismus“ des Westens und klappert heftig mit dem Schreckgespenst des entfesselten Finanzkapitalismus, der unter der Flagge unbegrenzter Freiheit segelte.

Daran ist nicht alles verkehrt, und dennoch ist dieses Bild merkwürdig verzerrt. Von auftrumpfendem Sendungsbewusstsein ist im Westen wenig zu spüren. Die europäischen Demokratien erscheinen eher kleinmütig, voller Selbstzweifel und auf der Suche nach ihrer verlorenen Zukunftszuversicht. Außenpolitisch dominiert Konfliktscheu.

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