Berlin/Köln - Die Schüler-Demos gegen den Klimawandel spalten weiter die Politik: FDP-Chef Christian Lindner kritisierte Protestaktionen während der Unterrichtszeit und sprach den Schülern ausreichend Wissen beim Thema Klima ab. „Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen“, sagte Lindner der „Bild am Sonntag“ und fügte hinzu: „Das ist eine Sache für Profis.“

Lindner plädierte dafür, die Proteste in die Freizeit zu verlegen. In der Unterrichtszeit sollten Schüler sich „lieber über physikalische und naturwissenschaftliche sowie technische und wirtschaftliche Zusammenhänge informieren“. SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch warf Lindner einen Rückfall „in die Steinzeit“ vor. 

Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten

Nach der Aussage des FDP-Chefs hagelte es Kritik und Häme. Allen voran TV-Entertainer Jan Böhmermann konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen. 

Und Grünen-Politiker Konstantin von Notz nannte Lindners Äußerungen „krass unterirdisch“. Ganze Menschengruppen für unmündig zu erklären, sei „extrem unliberal“.

Wenige Stunden nach seinem Tweet ließ es sich Lindner nicht nehmen, auf die Kritik im Netz zu reagieren. „Dieses gewollte Missverstehen wieder… dennoch: Jeder soll demonstrieren – aber außerhalb der Schulpflicht. Klimaziele kann man fordern – wir haben aber „Paris“ schon. Zur Erreichung dieser Ziele braucht man nun eben Ingenieurinnen, Techniker und Ökonomen – also Profis“, postet er auf Twitter. (afp/mbr)