Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender und Parteivorsitzender der FDP
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StuttgartBeim Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart hat Parteichef Christian Lindner um enttäuschte SPD-Wähler geworben. Die SPD habe sich „völlig abgekoppelt von den Interessen und Bedürfnissen der Mitte unseres Landes“, sagte Lindner am Montag auf der Kundgebung in der Stuttgarter Oper. 

Unser Herz und unsere Leidenschaft gehören aber jenen, die es mit Fleiß, Einsatzbereitschaft und Sparsamkeit im Leben zu etwas bringen wollen.

Christian Lindner

Die FDP habe zwar weiterhin „großen Respekt vor denjenigen, die es im Leben bereits geschafft haben“, sagte er. Die FDP müsse verhindern, dass unzufriedene Wähler zur AfD abwandern, sagte Lindner. Er sehe es „als Teil unserer staatspolitischen Verantwortung, dass wir politisch Heimatlosen eine Alternative zur AfD bieten.“

Seine Partei wolle dabei gezielt um Facharbeiter werben - um Menschen also, „die vorankommen wollen und die Chancen wollen zum Beispiel auf Eigentumserwerb“. Lindner sagte: „Wenn diese Menschen eine politische Heimat suchen, dann laden wir die ein.“ Am 30. April, also unmittelbar vor dem Tag der Arbeit, wolle die FDP in einem „Aktionstag“ vor die Werktore ziehen, um im direkten Gespräch um Wähler dort zu werben.

Es sei ein „Irrtum zu denken, dass alle Arbeiterinnen und Arbeiter eine linke Politik wollen“, sagte Lindner. Der FDP gehe es um „eine breite Mitte von Menschen, die gegenwärtig auf der Suche sind“. Als besonderen Gast begrüßte Lindner den früheren SPD-Sozialminister Florian Gerster aus Rheinland-Pfalz. Gerster habe die SPD verlassen und sei inzwischen FDP-Mitglied, sagte der Parteichef unter dem Beifall der Gäste. Die Liberalen waren am Vormittag in Stuttgart zu ihrem traditionellen Dreikönigstreffen zusammengekommen. Die alljährliche Veranstaltung markiert den politischen Jahresauftakt der FDP.