9:56 Uhr. Erste Reaktion auf Gaucks Rede

Thomas Oppermann (SPD) lobt Gauck auf N-TV: "Die Rede war großartig"

+++ 9:43 Uhr. "Nur ein Mensch mit Selbstvertrauen kann Fortschritte machen"

Zum Schluss zitiert Gauck Mahatma Gandhi: "Nur ein Mensch mit Selbstvertrauen kann Fortschritte machen". Dieses Prinzip gelte auch für Länder. Die Deutschen hätten gezeigt, dass sie in der Lage sind, nicht "den Ängsten zu folgen".

Nach 23 Minuten Redezeit viel Applaus.

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+++ Gegen Extremismus

Gauck: "Zu den rechtsextremen [Demokratie-]- Verächtern sagen wir: Euer Hass ist unser Ansporn. Wir lassen unser Land nicht im Stich".

+++ An die Politiker: "Redet offen und klar"

Betont den Wert der Bürgergesellschaft, die Geringschätzung von Politik und von Politikern bereite ihm Sorge.

An die Politiker sagt er: "Redet offen und klar". Dafür gibt es etwas weniger Applaus.

Trotzdem lobt er Deutschland als „Land des demokratischen Wunders“. Entgegen aller Skepsis habe Deutschland nach dem Schrecken des Zweiten Weltkrieges eine „stabile demokratische Ordnung“ herstellen können, sagte das Staatsoberhaupt.

+++ 9:37 Uhr. Gauck über Migranten

Gauck sagt, er wolle andere Kulturen wie den Islam einbinden wie sein Vorgänger Wulff. In Deutschland sollten alle zu Hause sein können, die hier leben, sagt er.

Der gemeinsame Nenner sei das Streben nach einem guten Staat, das Leben in Freiheit, Frieden und Solidarität. Allerdings sollten wir auch nicht aus falsch verstandener Korrektheit die Augen vor Problemen verschließen.

Allen stehe dieselbe Würde zu, auch denen, die sich nicht integrieren wollten.

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Lob für die 68er

Die sogenannte 68er-Generation lobt Gauck als beispielhaft für die Auseinandersetzung mit einer schweren Vergangenheit. Im Westdeutschland der Nachkriegszeit sei der Umgang mit dem Nationalsozialismus zunächst defizitär geblieben, sagte Gauck

„Erst die 68er-Generation hat das nachhaltig geändert.“ Trotz aller Irrwege habe sie die historische Schuld ins kollektive Bewusstsein gerückt.

+++9:35 Uhr. "Keine politische Versorgepolitik"

Über den Sozialstaat sagt Gauck: "Der Weg ist nicht der einer paternalistischen Versorgepolitik, sondern ein Sozialstaat, der vorsorgt und ermächtigt"...Wir dürften allerdings nicht dulden, dass es bei Kindern keine Chancengleichheit gibt.

+++ 9:28 Uhr. Gauck: "Angst mindert unseren Mut"

Gauck beginnt seine Rede mit einer Aufzählung der Ängste der Bevölkerung: Geht die Schere zwischen arm und reich weiter auf? Fühlen sich in unserer Gesellschaft viele isoliert? Droht im Nahen Osten ein neuer Krieg?

"Manche Misstrauen der Zukunft", sagt Gauck, aber das sei nicht die richtige Antwort. Er könne allerdings verstehen, dass manche sein Thema "Freiheit" nicht als Verheißen verstehen, sondern dass es nur Verunsicherung auslöse.

Aber: Er wolle dem keinen Vorschub leisten. "Ängste mindern unseren Mut".

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+++9:22 Uhr. Gauck legt seinen Eid ab

Gauck tritt im Reichstag nach vorne und legt seinen Eid ab: Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.

+++ 9:16 Uhr. Seehofer lobt Gauck - und Bayern

Jetzt redet Horst Seehofer, auch er lobt zunächst den Ex-Präsidenten Wulff.

Dann kommt er auf Joachim Gauck zu sprechen: seine Wahl sei "Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte unseres Landes". Seehofer: "Sie stehen für Mut und Zukunftsoptimismus, ...für Zutrauen statt Misstrauen." Löst Gelächter aus, weil er mit bayrischem Dialekt sagt, Deutschlands Stärke liege besonders in der regionalen Vielfalt.

+++9:10 Uhr. Zum Glück kein Supermann

Gauck habe selbst gesagt er sei kein Supermann, sagt Lammert, das sei beruhigend. Dann kommt er auf die hohen Erwartungen zu sprechen. Gauck sei bei der Bevölkerung beliebt und genieße das Vertrauen der Deutschen. "Es ist zu wünschen, dass das so bleibt".

"Die Erwartungen, die an das Amt gestellt werden, sind hoch, und die Hoffnungen, die sich auf ihre Person richten, sind vielleicht noch größer", sagt er in Richtung Gauck.

+++ 9:05 Uhr. Erster Ostdeutscher

Lammert stellt Joachim Gauck vor. Er stellt dessen Besonderheiten hervor: Gauck sei der erste Bundespräsident aus Ostdeutschland und der erste, der nicht direkt aus einem hohen politischen Amt komme. "Mit ihrer Wahl schreibt die deutsche Einheitsgeschichte ein neues Kapitel."


+++ 9:00 Uhr. Lammert peppelt Wulff auf

Norbert Lammert beginnt seine Ansprache mit einem Lob für den Amtsvorgänger Christian Wulff (der in der ersten Reihe sitzt). Die Redlichkeit gebiete, Wulff nicht nur für seine Zeit als Bundespräsident zu loben, sondern auch für die drei Jahrzehnte politischer Arbeit in Niedersachsen.

Selten waren die Erwartungen an einen neuen Bundespräsidenten so hoch. Das liegt auch daran, dass Joachim Gauck als Bürgerpräsident wahrgenommen wird, als einer, der die Bevölkerung tatsächlich repräsentiert.

Heute wird er vereidigt, die Zeremonie beginnt um 9 Uhr, zunächst reden Bundestagspräsident Norbert Lammert und der Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU).

Danach ist Gauck an der Reihe; Von seiner Rede wird erwartet, dass sie sich nicht auf sein Lebensthema "Freiheit" beschränkt. Gelingt es dem 72jährigen Gauck, auch Antworten auf aktuelle Themen wie die Schuldenkrise und die Zukunft des Sozialstaats zu finden? Schafft er es, wie sein Vorgänger Christian Wulff auch die Migranten für sich zu gewinnen?

Joachim Gauck, ehemaliger Pastor und Chef der Stasi-Unterlagenbehörde, wird von einer breiten Koalition aus Union, SPD, Grünen und FDP nominiert. Am 18.März wurde er in der Bundesversammlung gewählt.

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(jno/dpa/rtr/dapd)