Köln - Nachdem ein Ex-Freund sie erpresst hatte, hat Sängerin Conchita Wurst am Sonntag mit einem Instagram-Post ihre HIV-Infektion öffentlich gemacht. Mit dem Statement wolle Conchita Wurst in erster Linie Mut machen und ein Zeichen gegen die Stigmatisierung von Menschen mit HIV-Infektion setzen, sagt sie.

Damit ist sie nicht die erste. Schon zahlreiche andere Prominente sind mit ihrer HIV-Infektion an die Öffentlichkeit gegangen. Auch ihr Ziel war es häufig, über die Krankheit aufzuklären und und Betroffenen Mut machen.

Gegen Stigmata Zeichen setzen

Eines der bekanntesten Beispiele: Schauspieler Charlie Sheen. Nachdem im Jahr 2015 Gerüchte um eine mit HIV infizierte Hollywood-Persönlichkeit kusierten, bekannte sich Sheen kurze Zeit später in einer US-Talkshow zu seiner Krankheit.

Immer wieder machte er sich danach für mehr Aufklärung über das Thema stark, warb für einen Kondomhersteller und rief auch andere HIV-positive Stars auf, ihre Infektion öffentlich zu machen.

Auch der deutsche Schauspieler Georg Uecker, bekannt für seine Rolle in der „Lindenstraße“, gab 2016 bekannt, HIV-positiv zu sein. Er stellte klar, dass er trotz der langjährigen Infektion „topfit“ und „voller Lebenslust und Energie“ sei.

Nur einen Tag vor seinem Tod 1991 bestätigte eine Meldung die HIV-Infektion von Queen-Sänger Freddie Mercury. Seine enorme Prominenz löste eine zuvor nicht dagewesene Diskussion um das Thema Aids und HIV aus. Darüberhinaus gründeten die Queen-Musiker und ihr Management den Mercury Phoenix Trust, der seit über 20 Jahren HIV- und Aids-Projekte finanziell unterstützt.

Magic Johnson leistete Pionierarbeit

Auch der ehemalige Basketball-Superstar Earvin Magic Johnson veränderte mit seinem Outing 1991 und seinem darauf folgenden Engagement zur Aids-Aufklärung die Art, wie über dieses Thema gesprochen wird.

Besonders mit dem damals größten Vorurteil, die Krankheit betreffe hauptsächlich homosexuelle Weiße, räumte er auf und kämpfte auch mit seinem Erfolg nach Ende seiner Basketballkarriere gegen die Stigmatisierung von HIV-Infizierten an.

Der Fall Benaissa

Im Jahr 2010 ging ein deutscher Fall durch die Medien. Die Sängerin Nadja Benaissa wurde verurteilt, weil sie ihre HIV-Infektion vor Männern verbarg, mit denen sie ungeschützten Sex hatte.

Auch wenn Benaissa nicht selbst von ihrer Krankheit berichtete, stieß der Fall die Debatte über das Thema neu an. So äußerte sich die Deutsche Aids-Hilfe laut zu dem Urteil kritisch, da die falsche Botschaft von ihm ausging, Verhütung sei „vor allem Frauen und HIV-Positiven einseitig zugeschrieben“. (red)