CureVac lehnte die Übernahmeofferte von US-Präsident Trump ab.
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BerlinIn Tübingen arbeitet das leistungsstarke Unternehmen CureVac an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Und was versuchte der chronische Sprücheklopfer und Hasardeur Donald Trump? Er machte der Firma CureVac eine hochdotierte Übernahmeofferte. Dagegen wäre wenig zu sagen, wenn dahinter nicht die Absicht stünde „America first!“. Trump ging es nämlich nicht darum, angesichts eines bedrohlichen Großproblems zu kooperieren, vielmehr trachtete er nach der exklusiven Nutzung des hoffentlich bald entwickelten Impfstoffs für die USA.

So wie er im vergangenen Sommer, glücklicherweise erfolglos, den Dänen Grönland abkaufen wollte, spekuliert er auf das höchst produktive Tübinger Unternehmen mit 450 Mitarbeitern und auf dort arbeitende Wissenschaftler. Dabei hätte Trump längst die Forschung in den USA stärken können. Aber an Weit- und Umsicht hapert es bei ihm erheblich. Sieht man von weiteren Verhaltenslücken einmal ab.

Die Vertreter der Firma CureVac reagierten erfreulich klar: Es gehe um die beschleunigte Entwicklung eines „wirksamen und schnell zu produzierenden Impfstoffes mit dem Ziel, Menschen und Patienten weltweit zu erreichen, zu helfen und zu schützen“. Die Antwort auf den sittenwidrigen Übergriff Donald Trumps kann und darf nicht heißen: Deutschland, Deutschland über alles!

Selbstverständlich müssen die hiesigen Wissenschaftler, die keineswegs nur Deutsche sind, sich mit ihren Kollegen und Kolleginnen in aller Welt austauschen – ob sie nun in China, in den USA, in Südkorea, Israel und sonst wo in die gleiche Richtung denken, forschen und experimentieren.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier lobte die klare Haltung des CureVac-Vorstandes als „großartig“. Im Übrigen kooperiert das Unternehmen ohnehin mit dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Erst am vergangenen Mittwoch hat die Bundesrepublik einen weiteren Teilbetrag von 140 Millionen Euro freigegeben, um die Forschungen an einem Impfstoff gegen das unheimliche Coronavirus zu beschleunigen.

Fraglos sollen die Ergebnisse allen Menschen zugutekommen, aber so, wie die Welt nun einmal ist, bleibt es wichtig, dass solche Forschungen auch in Deutschland und Europa vorangetrieben und internationale Abhängigkeiten sinnvoll begrenzt werden.

Für bestimmte, derzeit wegen Corona an kollektiven Hassorgien gehinderte Fußballfans und für hartnäckige Antikapitalisten sei mitgeteilt, wer an CureVac stark beteiligt ist: der SAP-Mitbegründer und Mäzen des TSG Hoffenheim Dietmar Hopp. Er hat Donald Trump zurückgewiesen, „weil er es sich leisten kann“, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung scheibt und fortfährt, gelingt CureVac der Durchbruch, gehört auch diesem „Mann ein Denkmal gesetzt“.

Zudem wurde die Arbeit des Tübinger Biotechunternehmens in dieser Woche mit 46 Millionen Euro von der Bill & Melinda Gates Stiftung des Microsoftgründers Bill Gates abermals unterstützt. Derweil twitterte Donald Trump am Sonntag, dem „Nationalen Gebetstag“ der USA: „Alle Amerikaner, die von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind, sollen für die nationalen Hilfsmaßnahmen beten.“

*Hinweis: Die Firma CureVac teilte mittlerweile auf Twitter mit, dass es kein Angebot der US-Regierung gegeben hätte: