Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einem zweiten Lockdown.
Foto: dpa/Sven Hoppe

Berlin - Wenn man sich einmal die Pressekonferenz im Kanzleramt nach dem Corona-Gipfel am vergangenen Mittwoch anschaut, sieht man schnell, was fehlt. Und welche Versäumnisse beim derzeitigen Krisenmanagement gemacht werden. Es werden die neuen, mit den sechzehn Länderchefs abgestimmten Einschränkungen vorgetragen: eine Sperrstunde für das Bundesgebiet, wie es sie in Berlin schon gibt, Einschränkungen bei privaten Feiern, eine ausgeweitete Maskenpflicht. Wenn die Zahl der Infektionen über fünfzig pro einhunderttausend Fälle steigt, dürfen sich zu Hause nur noch Angehörige zweier Haushalte, maximal zehn Personen treffen. So weit, so gut.

Die Regeln sind vergleichsweise moderat, vor allem, wenn man nach Paris oder London schaut. Was aber in den Aussagen fehlte, ist die Erklärung oder die Motivation für jeden Einzelnen: Warum sollten sich die Menschen jetzt an die neuen Regeln halten, wenn sie schon der alten müde geworden sind? Warum sollten die Menschen aufhören, Partys zu feiern, wenn sie schon in den vergangenen Wochen nicht drauf verzichten konnten? Wie will die Bundesregierung die Menschen dazu bringen, wieder die gleiche Solidarität und Entschlossenheit wie im Frühjahr aufzubringen, wenn einige Maßnahmen widersinnig sind, so wie das Beherbergungsverbot?

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