Das medizinische Wundermittel des Jahres hat keinen Cent Extra-Entwicklungsaufwand gekostet, ist in Massen schnell und billig produzierbar und nur minimal umweltbelastend. Ein Hoch auf die Maske! Sie wuchs zur wichtigsten, wirksamen Alltagshilfe in Corona-Zeiten. Nicht mal Impfskeptiker können nörgeln, denn keine verdächtige Substanz gelangt in den Körper, durch Masketragen wächst kein drittes Auge. Klar, ohne Maske fließt – gerade bei Hitze – der Atem leichter, und die allermeisten sehen oben ohne besser aus. Aber der Gesundheitseffekt!

Gerade hat die Krankenkasse DAK festgestellt, dass im maskenreichen ersten Halbjahr 2021 nicht nur die Grippe-, sondern gleich die gesamte Erkältungssaison ausgefallen ist. Das Masketragen (plus Abstandhalten) in öffentlichen Bakterien- und Virenverteilstationen wie Bus und Bahn, Geschäften und so fort bewirkte deutlich messbar weniger Schnieferei: Atemwegserkrankungen hatten im ersten Halbjahr 2021 einen Anteil von nur noch 7,1 Prozent am Krankenstand. Im Vorjahreszeitraum waren es 18,3 Prozent.

Daraus lässt sich lernen, Leute! Die asiatischen Länder machen es seit vielen Jahren vor; in Europa belächelte man die Schutzmaßnahmen voller Hochmut und Herablassung. Wer hätte sich vor zwei Jahren mit Mundschutz in die U-Bahn gewagt? Jetzt ist der kulturelle Bann gebrochen, nur wenige gucken noch blöd. Wenn Corona etwas Gutes hinterlassen kann, dann die schlichte Entscheidung: Nicht ohne meine Maske. Sie ist ein zivilisatorischer Fortschritt und gehört in die Tasche – wie das Taschentuch – und vors Gesicht, wenn die Umgebung aerosolhaltig ist. Oder wenn, wie in diesen Tagen ­ die Delta-Welle Schwung aufnimmt, um durch die Gesellschaft der nackten Gesichter zu rollen. Und: Wer weiß, was noch kommt.