BerlinNach Ausbruch der Corona-Pandemie ist das Vertrauen der Deutschen in die meisten politischen Institutionen stark gewachsen. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL hervor. Seit der letzten Erhebung im Mai bleibt das Vertrauen auf einem hohen Niveau.

Das größte Vertrauen haben die Bundesbürger demzufolge wie schon im Mai auch zum Jahreswechsel 2020/2021 zum Bundespräsidenten (76 Prozent) und zur Kanzlerin (75 Prozent). Das Vertrauen zur Kanzlerin ist seit Mai sogar noch um drei Prozentpunkte gestiegen. Größer geworden ist im Verlauf der Corona-Krise auch das Vertrauen zur Exekutive auf Bundes- und Landesebene: Zur Bundesregierung haben zum Jahreswechsel 63 Prozent (ein Plus von drei Prozentpunkten) zu den Landesregierungen 60 Prozent (ein Plus von zwei Prozentpunkten) großes Vertrauen. 

Das Vertrauen zur Europäischen Union ist auch zum Jahreswechsel mit 38 Prozent (ein Plus von einem Prozentpunkt im Vergleich zum Mai) deutlich geringer als das zu den nationalen politischen Institutionen. Während 61 Prozent der 18- bis 29-Jährigen der EU vertrauen, sind es bei den über 60-Jährigen nur 32 Prozent.

Geringes Vertrauen in Parteien und EU

Recht geringes Vertrauen genießen weiterhin die politischen Parteien mit unverändert 25 Prozent. Vor der Corona-Pandemie war das Vertrauen zu den politischen Institutionen in Deutschland deutlich geringer. Nach der ungewöhnlich langen und schwierigen Regierungsbildung nach der letzten Bundestagswahl 2017, dem heftigen Streit zwischen den Schwesterparteien CDU und CSU und den andauernden Konflikten zwischen den Regierungsparteien Union und SPD hatten zum Jahreswechsel 2019/2020 nur noch 34 Prozent Vertrauen zur Bundesregierung. Auch zur Kanzlerin hatten nur noch 50 Prozent Vertrauen. Hoch war Anfang 2020 nur das Vertrauen zum Bundespräsidenten.

Im Verlauf der Corona-Krise aber stieg das Vertrauen zur Kanzlerin von 50 auf 75 Prozent um 25 Prozentpunkte und das zur von ihr geführten Bundesregierung von 34 auf 63 Prozent um 29 Prozentpunkte wieder deutlich. Vertrauenszuwächse haben in der Corona-Krise auch die Landesregierungen und der Bundestag (mit einem Plus von jeweils 13 Prozentpunkten) und die lokalen Institutionen (Verbesserungen zwischen acht und zehn Prozentpunkten) zu verzeichnen. 

Das geringste Vertrauen in die politischen Institutionen haben die  Anhänger der AfD. Der Umfrage zufolge vertrauen nur 8 Prozent dieser Gruppe der Kanzlerin, nur 6 Prozent der Bundesregierung.