Corona-Regeln werden voraussichtlich nicht geändert

Die Corona-Lage in den Brandenburger Krankenhäusern hat sich entspannt, allerdings birgt die Jahreszeit mehr Risiko für Atemwegserkrankungen. In der nächsten...

Ein Passant trägt eine FFP2-Maske in der Hand.
Ein Passant trägt eine FFP2-Maske in der Hand.Boris Roessler/dpa/Symbolbild

Potsdam-Die Corona-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr wird in Brandenburg voraussichtlich weiter gelten. Für die kommende Woche zeichnet sich bisher keine Änderung der Corona-Regeln ab. Die Verlängerung der Verordnung stehe auf der Tagesordnung des Kabinetts am nächsten Dienstag (22. November), teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse, am Donnerstag mit.

Die Corona-Warnampel des Landes zur Lage in Krankenhäusern blinkt nach den jüngsten Daten in zwei von drei Bereichen Grün und in einem Bereich Gelb. Im Vergleich zu Mitte Oktober sind die Werte deutlich zurückgegangen; allerdings steigt angesichts der Jahreszeit das Ansteckungsrisiko, weil sich die Menschen öfter drinnen aufhalten.

Die Verordnung zum Schutz vor Corona läuft am kommenden Donnerstag (24. November) aus. Nach derzeitigem Stand ist nicht anzunehmen, dass die Verordnung geändert wird. Damit müssen Fahrgäste öffentlicher Busse und Bahnen im Nahverkehr sowie Besucher von Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge und Obdachlose auch künftig FFP2-Maske tragen. Der Bund schreibt die Masken bis April auch für Fahrgäste im öffentlichen Fernverkehr und Besucher von Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeheimen vor.

Schleswig-Holstein hatte in der vergangenen Woche angekündigt, im Nahverkehr im Norden die Pflicht möglicherweise nicht über das Jahresende hinaus zu verlängern. Brandenburgs Gesundheitsministerium sieht den Vorstoß skeptisch: „Wir befürworten ein einheitliches Vorgehen bei den Corona-Maßnahmen“, sagte Sprecher Hesse.

Maßgeblich für die Beurteilung der Lage sind in Brandenburg drei Werte. Die Zahl der Covid-19-Patienten je 100.000 Einwohner in sieben Tagen lag am Donnerstag bei 9,2 - damit ist der Warnwert erreicht und die Ampel auf Gelb. Die Zahl aller Covid-19-Patienten in Kliniken lag bei 398 und damit weit unter dem Schwellenwert 1000. Der Anteil freier betreibbarer Intensivbetten in Krankenhäusern war am Mittwoch - das ist der aktuellste Wert - bei rund 15,5 Prozent im grünen Bereich.

In den Krankenhäusern gebe es im Vergleich zu Mitte Oktober erfreulicherweise eine spürbare Entspannung, sagte Hesse. Allerdings steige das Infektionsrisiko für Atemwegserkrankungen generell wieder. Am 20. Oktober war mit 998 Covid-19-Patienten in Kliniken fast der Schwellenwert von 1000 erreicht.

Das Gesundheitsministerium verwies aber auch darauf, dass seit dem 20. Oktober 136 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind. Diese Entwicklung habe sich nicht entspannt. Die Zahl neuer Corona-Fälle je 100.000 Einwohner in sieben Tagen lag zudem mit 230 in Brandenburg deutlich höher als in Berlin mit 150.

Die rot-schwarz-grüne Landesregierung hatte im Oktober über eine Ausweitung der Maskenpflicht auf Geschäfte und Behörden gestritten. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) warb dafür, Innenminister Michael Stübgen (CDU) sah damals keine Veranlassung für eine Verschärfung.

Die Isolationspflicht von mindestens fünf Tagen, die nicht mit der Corona-Verordnung geregelt wird, gilt in Brandenburg weiter. Dagegen haben Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein diese Regel gekippt, auch Hessen hat dies vor.