Corona Schnelltest.
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BerlinKrankenhäuser und Pflegeheime schienen dem Virus während der ersten Infektionswelle schutzlos ausgeliefert zu sein. Jetzt will Gesundheitsminister Jens Spahn in diesen Einrichtungen umgehend Corona-Schnelltests einführen. Diese Idee erscheint absolut begrüßenswert, aber auch längst überfällig.

Mittlerweile wissen wir viel über das Coronavirus: Bei welchen Gelegenheiten sich viele Menschen gleichzeitig infizieren, und auch, an welchen Orten. Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime gehören dazu. Das ist für jetzige und zukünftige Patienten und Bewohner fatal. Nicht nur, weil viele von ihnen zur Risikogruppe gehören und sie schwer erkranken und sterben könnten, sondern auch, weil sie diese Einrichtungen ja gar nicht vermeiden können. Angesichts der wieder rasant ansteigenden Infektionszahlen ist das beängstigend. Aber nicht nur für sie, sondern auch für die Menschen, die in diesen Einrichtungen arbeiten.

Es ist eine erhebliche Anzahl an medizinischem Pflegepersonal in den vergangenen Monaten infiziert worden. Manche Mitarbeiter sind selbst sehr schwer krank geworden. Anders als Menschenansammlungen an öffentlichen und privaten Orten, anders als Großveranstaltungen und solche, an denen gesungen, getanzt, geschwitzt und gekuschelt wird, kann man den Aufenthalt in Kliniken und Heimen allerdings weder einschränken noch verbieten – für die Mitarbeiter genauso wenig wie für die Patienten.

Der Test kann helfen. Natürlich schützen Corona-Tests nicht vor dem Virus, wie es eine Impfung täte. Sie können nur eine Ergänzung zu Hygienekonzepten und Dokumentationspflicht sein. Und trotzdem sind die Tests wichtig. Nur wer frühzeitig weiß, wo Infektionen auftreten, kann ihre rasante Verbreitung aufhalten. Und das scheint gerade wieder zur größten Herausforderung in dieser Pandemie zu werden.