Welche Tests gibt es, um eine Infektion nachzuweisen?

Grundsätzlich gibt es drei Arten von Tests, um das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 nachzuweisen: den PCR-Test, Antigentests und Antikörpertests. 

Welches Testverfahren wird bei Corona-Selbsttest für Laien angewandt?

Am Mittwoch wurden vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte drei Selbsttests für Laien in Deutschland zugelassen. Dabei handelt es sich um Antigentests. 

Antigentests weisen Proteine aus der Virushülle (Antigene) nach. Dafür nimmt man einen Abstrich aus der Nase oder dem Rachen. Das Testergebnis liegt nach etwa 15 Minuten vor. Er funktioniert ähnlich wie ein Schwangerschaftstest und ist im Vergleich zum PCR-Test günstiger. Allerdings gilt er als weniger zuverlässig.

Nach einem positiven Ergebnis sollte man beim Arzt einen PCR-Test machen lassen und sich bis zum Ergebnis in die häusliche Quarantäne begeben. Eine Meldepflicht oder Kontrollsysteme gibt es dafür bisher aber nicht. 

Wieso noch ein PCR-Test?

Der PCR-Test gilt noch immer als der „Goldstandard“ unter den Testvarianten. Mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) wird das Erbmaterial des Virus aus einem Abstrich so stark vervielfältigt, dass es im Labor nachgewiesen werden kann, selbst wenn es nur in geringen Mengen vorkommt. Damit lässt sich eine Infektion sehr genau nachweisen.

Wo bekomme ich einen Antigen-Selbsttest und was kostet dieser?

Die Tests sollen bald in Supermärkten und Drogerien verkauft werden. Online sind sie ab 10 Euro pro Stück erhältlich. Staatliche Zuschüsse will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) von den Marktpreisen abhängig machen. Wer die Tests bei einer bestehenden Testpflicht – beispielsweise für die Arbeit – zahlen muss, ist noch ungeklärt. Es gibt Vorschläge, dass Unternehmen ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl für die Tests ihrer Angestellten aufkommen müssen.

Werden mit den Tests die Corona-Beschränkungen aufgehoben?

Bisher werden Antigen-Schnelltests insbesondere in Pflegeeinrichtungen, Altenheimen und Krankenhäusern benutzt, um das Personal zu testen und Besuche zu ermöglichen. Die Tests für den Hausgebrauch sollen Teil einer „Öffnungsstrategie“ sein. Konkrete Aussagen darüber, welche Lockerungen für das öffentliche Leben durch verfügbare Tests für Laien möglich sind und welche Freiheiten negativ getestete Personen bekommen, gibt es seitens der Bundesregierung noch nicht.

Und was können eigentlich diese Antikörpertests?

Mit Antikörpertests wird untersucht, ob man schon einmal mit Sars-CoV-2 infiziert war. Diese Test suchen im Blut nach einer Immunreaktion des Körpers, genauer gesagt nach Antikörpern. Diese bilden sich jedoch erst nach einiger einiger Zeit, weshalb der Test wenig zum Nachweis einer akuten, sondern vor allem zum Nachweis früherer Infektionen geeignet ist. Ob der Betroffene noch infektiös oder gegen eine neuerliche Corona-Infektion ausreichend immun ist, verrät der Test nicht.