Covid-19-Patient in einer Intensivstation.
Foto: Helios Kliniken

Berlin/NeuruppinDie Medizinische Hochschule Brandenburg hat die bundesweit erste Studie vorgelegt, in der es um Covid-19-Patienten geht, die intensivmedizinisch betreut wurden. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland etwa ein Fünftel aller mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus aufgenommenen Patienten intensivmedizinisch versorgt werden mussten. Bei zwei von drei dieser Covid-19-Intensivpatienten war der Krankheitsverlauf so schwer, dass sie künstlich beatmet werden mussten. Weiter heißt es in der Studie, dass jeder Dritte von den beatmeten Intensivpatienten verstirbt. Von den nicht beatmeten Intensivpatienten, die also einen etwas milderen Krankheitsverlauf haben, stirbt etwa jeder Vierte.

„Eine wichtige Erkenntnis aus dem so erstellten Covid-19-Register ist, dass der Krankheitsverlauf bei den in unseren Krankenhäusern aufgenommenen Covid-19-Patienten nicht weniger kritisch ist als in Ländern wie Italien, Frankreich, Großbritannien und Belgien“, sagt Julius Dengler, Leiter des Helios Covid-19-Registers und Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie im Helios Klinikum Bad Saarow. In den genannten Ländern gab es verglichen mit der Einwohnerzahl deutlich mehr Covid-19-Fälle und mehr damit verbundene Todesfälle als in Deutschland.

Diese Ergebnisse gehen aus einer klinischen Studie hervor, die Ärzte der Helios-Kliniken und der Medizinischen Hochschule Brandenburg seit Februar 2020 durchführen und die nun in der anerkannten internationalen Fachzeitschrift „Clinical Microbiology and Infection“ veröffentlicht wurde.

Wie die Hochschule am Donnerstag mitteilte, hat das Expertenteam die Daten aller 1904 Patienten ausgewertet, die seit Beginn der Pandemie ab Mitte Februar in den 86 Krankenhäusern der Helios-Gruppe bis Mitte Juni mit Covid-19 aufgenommen wurden. 

„Die Studie ist die bislang größte ihrer Art in Deutschland. Sie berichtet über alle Covid-19-Patienten, die innerhalb des Helios-Netzwerks behandelt wurden, unabhängig von der Art der jeweiligen Krankenversicherung“, sagt Irit Nachtigall, die als Regionalleiterin Hygiene im Helios Netzwerk die Auswertung der wissenschaftlichen Daten koordiniert.