Ein Nato-Panzer im litauischen Rukla. 
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VilniusIn Litauen hat das von der Bundeswehr geführte Nato-Bataillon nach Regierungsangaben den Coronavirus-Ausbruch innerhalb der Truppe in den Griff bekommen. Der Ausbruch sei nun „komplett ausgelöscht“, sagte der litauische Verteidigungsminister Raimundas Karoblis am Freitag der baltischen Nachrichtenagentur BNS. Dies könne als Beispiel dafür dienen, wie eine Pandemie und bestimmte Ausbrüche behandelt werden könnten.

Über die Eindämmung des Virus und die Lage des Bataillons in dem baltischen EU- und Nato-Land habe er kürzlich auch mit seiner deutschen Kollegin Annegret Kramp-Karrenbauer gesprochen, sagte Karoblis. Dabei habe er dem Bericht zufolge die Versicherung erhalten, dass Deutschland auch in der Coronavirus-Krise seine Verpflichtung für die Sicherheit Litauens einhalte.

Nach früheren Angaben der litauischen Armee hatten sich mehr als 20 Soldaten des auf dem Stützpunkt Rukla stationierten Nato-Bataillons mit dem Coronavirus infiziert. Unter den positiv getesteten Fällen befanden sich auch Truppen der Bundeswehr. Anfang April wurden sechs infizierte deutsche Soldaten von der Luftwaffe aus Litauen zurück nach Deutschland geflogen. Zuvor war von der Bundeswehr gemeinsam mit Kroatien zusätzliches Sanitätspersonal entsandt worden.

Im Zuge des verstärkten Schutzes der Nato-Ostflanke führt die Bundeswehr in Litauen mit rund 450 Soldaten einen multinationalen Gefechtsverband in Rukla. Gemeinsam mit den Deutschen erfüllen rund 100 Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt auch Verbündete aus den Benelux-Staaten, Tschechien, Island, Norwegen und Kroatien den Auftrag, den die Nato 2016 als Reaktion auf den Ukraine-Konflikt beschlossen hatte.

Litauen verzeichnete bislang 1410 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und 40 Todesfälle. Die Regierung in Vilnius hat den Notstand ausgerufen und das gesamte Land bis 11. Mai unter eine bereits zweimal verlängerte Quarantäne gestellt.