So sollte man es sicher nicht machen: Unbekannte versuchten kürzlich in Nordrhein-Westfalen Geld aus einem Bankautomaten zu rauben, in dem sie ihn sprengten. Dabei haben sie zwar fast die halbe Bankfiliale in Schutt und Asche gelegt, der Tresor innerhalb des Automaten jedoch blieb unversehrt. Die blamierten Möchtegernräuber mussten ohne Beute fliehen.

Da es mit dem analogen Bankraub immer schwieriger wird, setzen immer mehr Kriminelle auf digitale Raubzüge. So stahl ein Hacker-Ring vor ein paar Monaten in nur wenigen Stunden über 40 Millionen Dollar durch Computermanipulationen mit gefälschten Kreditkarten. Cyberbetrug via Emails, mit denen Gauner PINs oder Passwörter erlangen, sind weit verbreitet. Eine andere recht erfolgreiche Verbrechensvariante bot die Online Plattform Liberty Reserve, gegen die New Yorks Staatsanwaltschaft nun Anklage erhob.

Denn Liberty Reserve hat als eine Art Schattenbank mittels einer digitalen Währung sechs Milliarden Dollar Schwarzgeld für Verbrecher gewaschen. Die Verhaftung des obersten Geldwäschers und seiner Komplizen ist ein Erfolg für die Strafverfolgungsbehörden und eine bittere Niederlage für die Digitalgauner.

So wie man einst den Gangsterboss Al Capone wegen Steuerbetrugs erwischte, dürften jetzt noch einige Verbrecher als Teilhaber der Liberty-Reserve-Geldwäsche dran sein. Verglichen damit sind die Bankautomatensprenger ja noch fein raus.