Der Versuch des französischen Präsidenten mit Öko-Themen bei den Wählern zu punkten, schlug fehl.
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ParisDass die Wahlbeteiligung bei der ersten Runde der französischen Kommunalwahlen infolge des Coronavirus historisch niedrig war, dürfte das Ergebnis zwar verfälschen. Einige Trends sind aber dennoch erkennbar. Und da fällt am stärksten der Erfolgskurs der französischen Grünen auf, der sich schon bei der Europawahl 2019 abzeichnete. In mittelgroßen Städten wie Straßburg oder Besançon könnten sie Rathäuser erobern, in vielen anderen werden sie zum unverzichtbaren Bündnispartner für die Sozialisten.

Rentenreform entzürnte Wähler

Dagegen ist der Versuch von Präsident Emmanuel Macron, auf die „grüne Welle“ aufzuspringen und Öko-Themen zu besetzen, gründlich fehlgeschlagen. Die Wähler zogen schlicht das Original vor. Die Kandidaten seiner Partei bezahlten für die Unbeliebtheit seiner Regierung. Die hat mit dem kompromisslosen Durchdrücken der Rentenreform viele Wähler erzürnt. Längst gilt sie nicht mehr als Alternative zum verhassten System, wie noch zu Macrons Amtsantritt. Inzwischen ist sie dessen Inbegriff.

Mehrere echtsextreme Bürgermeister bestätigt

Außerdem rächt es sich, dass die Präsidenten-Partei sich kaum um lokale Verankerung oder Dezentralisierung bemüht hat. Und so waren diesmal die Sozialisten und Republikaner, die über lange gewachsene Strukturen verfügen, im Vorteil.

Sie immerhin zeigten den Rechtspopulisten von Marine Le Pen beim Versuch, ihre Macht auszuweiten, Grenzen auf. Allerdings wurden mehrere rechtsextreme Bürgermeister auf Anhieb bestätigt. Das dürfte sicher sein, selbst wenn die Wahlen aufgrund des Coronavirus abgebrochen und zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden müssen. Dann allerdings hoffentlich mit größerer Beteiligung.