Dänemark hat die Pandemie für beendet erklärt. Zugleich wird Covid-19, die durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöste Erkrankung, nicht mehr länger als „gesellschaftskritische Krankheit“ eingestuft. Die letzten Einschränkungen werden aufgehoben. So muss beispielsweise niemand mehr bei bestimmten Großveranstaltungen wie Begegnungen in der obersten dänischen Fußballliga einen Corona-Pass vorzeigen. Der Nachweis, dass man geimpft, genesen oder negativ getestet worden ist, entfällt auch in den gerade erst wieder eröffneten Diskotheken. 

Die Maskenpflicht und andere Corona-Beschränkungen wurden in Dänemark bereits in den vergangenen Wochen und Monaten nach und nach zurückgefahren. Zuletzt durfte zu Monatsbeginn auch das Nachtleben nach anderthalb Jahren wieder öffnen, allerdings zunächst mit der Anforderung, per Corona-Pass auf dem Smartphone Test, Impfung oder Genesung vorzeigen zu können. Diese Anforderung war parallel für Lokale, Fitnessstudios und anderes aufgehoben worden.

Dänische Zeitung: „Ein besonderer Tag, ein Tag der Freude“

Ein Grund für die endgültige Lockerung sind die hohen Impfzahlen, wie Gesundheitsminister Magnus Heunicke bei der Ankündigung Ende August erklärt hatte. Bislang sind laut Our World in Data etwa 74 Prozent aller Menschen im Land vollständig geimpft worden. Laut Reuters sind es 74,3 Prozent der Bevölkerung. 

Bei der Einreise aus dem Ausland gelten je nach Herkunftsland oder -region jedoch weiterhin gewisse Einschränkungen: Deutsche Reisende, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen sich zum Beispiel nach der Einreise auf Corona testen lassen. Das an Dänemark grenzende Schleswig-Holstein ist davon nicht betroffen.

Die Zeitung Politiken kommentiert: „Stellt eine Flagge auf den Tisch. Der 10. September ist ein besonderer Tag, ein Tag der Freude. Corona wird (in Dänemark) nicht länger als gesellschaftskritische Krankheit betrachtet, alle Beschränkungen sind aufgehoben. Wir sind zurück im Normalen. An viel zu vielen Orten im Rest der Welt steigen jedoch die Infektions- und Todeszahlen. Manche Todesfälle sind der Impfskepsis geschuldet, aber in großen Teilen der Welt konnte man sich gar nicht impfen lassen, wenn man wollte, weil der Westen alle Impfstoffe aufgekauft hat. Das ist ein schreckliches Benehmen und gefährlich für uns selbst, das Risiko impfstoffresistener Mutationen steigt. Aber vor allem ist es moralisch verkehrt, Menschen sterben zu lassen, die man hätte retten können. Viele weitere müssen so schnell wie möglich geimpft werden. Die Impfstoffe müssen besser verteilt werden. Niemand darf hamstern. Die Pandemie ist global - das ist die Verantwortung bei ihrer Lösung ebenfalls.“ (mit dpa)