Berlin - 2003 wird der etwas schrille Kinderpfleger Daniel Küblböck (damals 16) in Dieter Bohlens „DSDS“-Show über Nacht zum Star. TV-Auftritte wie im „Dschungelcamp“ folgen, 2005 gründet er eine Solarstrom-Firma, die gut läuft. Als Künstler bleibt der Erfolg aus. 2015 wagt Küblböck in Berlin an einer Theaterschule den Neustart. Nun wird er vor Neufundland vermisst.

Was geschah mit Daniel Küblböck? Der Sänger und frühere TV-Promi (33, „Deutschland sucht den Superstar“) wird noch immer vermisst. Bei einer Kreuzfahrt mit dem Schiff „Aidaluna“ soll Küblböck am Sonntagmorgen vor Neufundland von Bord gesprungen sein.

„Die Suche blieb bislang erfolglos“, teilte Montag Mittag die Reederei Aida Cruises mit. Das Kreuzfahrtschiff setzt derweil seine Fahrt in Richtung Halifax fort. Auch die kanadische Küstenwache stellte die Suche nach Küblböck inzwischen ein. Das Wasser an der Unglücksstelle ist etwa 10,5 Grad kalt. Ein Mensch kann darin nur wenige Stunden überleben, so Experten.

Unklar sind die Hintergründe des Verschwindens von Küblböck. Der einstige TV-Star lebt auf Mallorca und seit 2014 auch in Berlin. Dort besuchte er seit drei Jahren das Europäische Theaterinstitut (ETI) in Kreuzberg, sollte nun seinen Abschluss als Diplom-Schauspieler machen. 

Schwere Mobbing-Vorwürfe gegen Theaterschule

Eine Abschlussfeier war für den 8. September geplant. Dort wollte Küblböck ein Konzert geben. Auf der offiziellen Facebook-Fanseite sagte der Star dann aber am 3. August die Show ab. In dem Schreiben an die Fans nannte er auch die Gründe. Es ginge ihm „psychisch und physisch noch immer nicht besser“, schrieb Küblböck – und erhob schwere Mobbing-Vorwürfe gegen die Theaterschule. 

„Dieses monatelange Mobben an meiner Schule, in meiner Klasse, hat mich doch zutiefst in meiner Seele erschüttert“, erklärte der Star. Anschließend beschrieb er, auf welche Weise er gemobbt wurde: „Ich musste Wochen mit hohen Hacken über Steine laufen, dann wurde mir meine Bühnengarderobe zerschnitten und mir wurde Sabotage unterstellt, da jemand Wasser über die Technik geschüttet hat.“

Das alles sei ein „Hammerschlag“ für ihn gewesen. Er empfand es als traurig, „dass unsere Dozentin nicht eingegriffen hat“, so Küblböck. Der Schulleitung warf er vor, ihm die Teilnahme an der Endaufführung verweigert zu haben.

Nachbarn und Freunde sind bestürzt

Die Schule wies am Montag Presseanfragen zu den Vorwürfen ab. Eine Dozentin sagte nur: „Die Schüler müssen motiviert sein. Wer das wirklich sein will, nicht nur daran denkt, wie man durch Äußerlichkeiten auffällt, um schnell berühmt zu werden und ins Fernsehen zu kommen, der schafft das auch.“ Später erschien im Internet eine offizielle Erklärung. „Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück“, heißt es darin. Über das Verschwinden Küblböcks sei man „zutiefst bestürzt“. Mehr wolle man aber derzeit nicht dazu sagen. 

Bestürzt sind auch Menschen im Kiez um den Boxhagener Platz, wo Küblböck wohnt. Eine Besitzerin eines Ladens gegenüber der Wohnung schildert ihn als Frohnatur: „Er war stets lustig, wenn er mit seinem Hund in den Laden kam, sich Obst fürs Frühstück kaufte.“ Sie sei aber einmal besorgt gewesen. „Er hatte sich morgens zwei Flaschen Wein geholt, am nächsten Tag wieder. Ich sagte, dass Alkohol bei der Hitze nicht gut ist. Er sagte, er hätte Besuch.“ Anfang August sei das gewesen, so die Frau. Zu jener Zeit erhob der Star die Mobbing-Vorwürfe.

Mysteriös sind die letzten Bilder von Küblböck, die er auf seinem neuen Instagram-Account „Rosa_Luxem“ am 2. September postete. Selfies, die ihn geschminkt und in Frauenkleidung in seiner Schiffskabine zeigen.
Küblböcks Ex-Freund Robin Gasser postete auf Instagram ein Foto von sich und dem verschollenen Sänger, schrieb dazu: „Auch nach mit Kummer gefüllten Stunden erscheint es mir noch surreal. Heute ist eine Welt zusammengebrochen. Ich kann und möchte es einfach nicht wahr haben.“ und weiter: „Es ist, als wäre man in einem Albtraum gefangen.“