Daniel Küblböck verschwunden: Wann wird ein Vermisster für tot erklärt?

Der Sänger Daniel Küblböck wird seit dem 9. September vermisst. Er befand sich zum Zeitpunkt seines Verschwindens auf dem Kreuzfahrtschiff AIDAluna vor der Küste Neufundlands. Nach Angaben des Kreuzfahrtunternehmens Aida Cruises sei gegen fünf Uhr morgens ein Passagier über Bord gesprungen. Mutmaßlich ist das Küblböck gewesen.

In der Zwischenzeit stellte die kanadische Küstenwache die Suche nach dem Mann ein, unter anderem mit der Begründung, dass es bei Wassertemperaturen um die 10 Grad keine Überlebenschancen mehr gebe.

Auch Tengelmann gilt nach wie vor als vermisst

Trotz der scheinbar eindeutigen Lage wurde Küblböck bislang nicht für tot erklärt. Das gilt übrigens auch für den Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub, der seit dem 7. April in den Alpen bei Zermatt vermisst wird. Wegen schlechter Wetterbedingungen wurde die Suche bald eingestellt.

Die Familie und die Bergretter gingen eine knappe Woche nach dem Verschwinden Haubs davon aus, dass er verunglückt und möglicherweise in eine Gletscherspalte gestürzt ist. Sie wollen den Leichnam bergen. Dann könnte Haub für tot erklärt werden.

Wann wird ein Mensch für tot erklärt?

Der Tod eines Menschen wird in der Regel durch eine Sterbeurkunde belegt. Sie bescheinigt den Tod eines Menschen sowie Ort und Zeitpunkt des Todes. Die Urkunde muss von einer geeigneten Person ausgefüllt – idealerweise von einem Arzt – und die Umstände sollten eindeutig sein. Das gleiche gilt für einen Totenschein, der allerdings nach einer gründlichen Untersuchung des Toten von einem Arzt ausgestellt wird und, wenn möglich, Todesursache und Todesart angibt.

Was passiert, wenn kein Leichnam auffindbar ist?

Der Tod einer Person kann nicht zweifelsfrei festgestellt werden, wenn sie zum Beispiel über Bord eines Schiffes gegangen oder in eine Gletscherspalte gefallen ist – und unauffindbar bleibt. Ist es wahrscheinlich, dass ein Mensch nicht mehr lebt, kann ein Gericht auf Antrag den Tod erklären oder die Todeszeit feststellen. Dies regelt das Verschollenheitsgesetz. Dabei spielt die Einschätzung der sogenannten Todesvermutung eine wichtige Rolle: Mit voranschreitender Zeit der Verschollenheit wächst die Vermutung des Todes.

Als verschollen gilt eine Person, deren Aufenthalt während längerer Zeit unbekannt ist, ohne dass Nachrichten darüber vorliegen, ob er in dieser Zeit noch gelebt hat oder gestorben ist, sofern nach den Umständen hierdurch ernstliche Zweifel an seinem Fortleben begründet werden. Ist das der Fall, gilt die betroffene Person allerdings immer noch nicht als tot. Dazu bedarf es der Todeserklärung eines Gerichts.

Wann gilt jemand als tot?

Das Gesetz sieht für eine Todeserklärung unterschiedliche Fristen vor, die verstrichen sein müssen. Allgemein kann jemand für tot erklärt werden, wenn er seit zehn Jahren als verschollen gilt. Wenn Menschen bei einer Fahrt auf See verschwinden – bei einem Schiffsuntergang oder durch einen Sturz vom Schiff –, dann gilt eine kürzere Frist von sechs Monaten. In der Regel werden aus Gründen der Pietät auch die Angehörigen des Verschollenen bei der Todeserklärung hinzugezogen; gerade für sie ist diese Erklärung von großer Bedeutung.