Das Leben an Deutschlands Küsten wird sich dramatisch verändern – wenn der Erderwärmung nicht konsequent entgegen gesteuert wird. Dies betrifft die Ost- und Nordsee, wo sich der Meeresspiegel erheblich erhöhen würde. Das ist das Fazit von gleich zwei großen Untersuchungen, die am Montag veröffentlicht wurden.

Der Weltklimarat IPCC hat ein entschlossenes Handeln angemahnt, um die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad zu begrenzen. Notwendig seien „schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen“, heißt es in einem Sonderbericht des IPCC, der am Montag im südkoreanischen Incheon veröffentlicht wurde. Sollte das 1,5-Grad-Ziel verfehlt werden, drohen den Wissenschaftlern zufolge dramatische Folgen für das Leben auf der Erde.

In ihrer Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger gehen die 91 Autoren aus 40 der beteiligten 195 Staaten davon aus, dass bereits heute eine Erwärmung von etwa einem Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu verzeichnen ist - mit erheblichen Folgen wie häufigerem Extremwetter, steigendem Meeresspiegel und dem Verschwinden arktischen Meereises.

Anstieg des Meeresspiegels

Während der IPCC noch allgemein von „steigenden Meeresspiegeln“ spricht, befasst sich der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags laut „Spiegel“ mit der konkreten Frage: Wie stark betrifft der Anstieg des Meeresspiegels denn die Menschen an Ost- und Nordsee?
In dem 19 Seiten starken Papier werden bestimmte Küsten-Gebiete als potentiell überflutungsgefährdet deklariert.

Bei der Nordsee sind es Gebiete, die nicht höher als fünf Meter über dem Meeresspiegel. Bei der Ostsee sind es dem „Spiegel“ zufolge Bereiche bis drei Meter über dem Meeresspiegel. An beiden Küsten betroffen wären etwa 3,2 Millionen Menschen. Hintergrund der Studie ist auch, wie viel Deutschland in die Absicherung der Küsten, vor allem in den Deichbau investiert.

So kostet die Erhöhung des Deichbaus pro Kilometer zwischen drei und vier Millionen Euro laut Angaben aus Schleswig-Holstein, berichtet der „Spiegel“. Das Papier des Wissenschaftlichen Dienstes ist die Zusammenfassung bisheriger Studien zu dem Thema – also nicht grundsätzlich neu. (BLZ/dpa)