BerlinWenn ich darüber nachdenke, was dem Pandemielebensgefühl nahekommt, dann ist es paradoxerweise die Erfahrung von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Ich denke an die Nähe zum Tod bei der Geburt, die Isolation und Einsamkeit im Wochenbett, den generellen Kontrollverlust. Ich habe damals gelernt, für wie selbstverständlich ich meine Freiheit zuvor gehalten habe. Wie schwer es mir fiel, meine eigenen Launen, Pläne, Interessen hinter die Rund-um-die-Uhr-Bedürfnisse eines Babys zurückzustellen. Die Verantwortung schien überwältigend.

Schon die Schwangerschaft mit dem dicken Bauch und den Hormon-Kaskaden erschien wie etwas Altmodisches, Archaisches, Unpraktisches,  das dringend einer technischen Lösung bedurfte. Ich erinnere mich, wie sich eine Schwangere in einem Geburtsvorbereitungskurs darüber aufregte, dass man nicht voraussagen kann, wann die Wehen losgingen. Das sei so unpraktisch, sie habe noch dies und jenes vor und wie soll sie das planen. Warum gibt es keine App, die den Geburtsstart voraussagt, fragte sie. 

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