Menschen stehen inmitten von Trümmern in Beirut. 
Foto: AP Photo/Felipe Dana

BerlinNach einer schlaflosen Nacht schreibt ein Beiruter Musiker auf Facebook: „Es macht mich wütend, wie gut wir darauf trainiert sind, mit der Katastrophe umzugehen.“ Eine Freundin textet auf WhatsApp: „Es ist zu viel diesmal“, in den sozialen Medien kursieren Fotos und Videos. „Revolution, Revolution“, rufen die Demonstranten vor dem Parlament, „Beirut, du bist Wein aus der Seele des Volkes“, singt die libanesische Ikone Fairuz in ihrem alten Hit, „wie wurde dein Geschmack nur zu Feuer und Rauch?“

Tonschnipsel aus einer verheerten Stadt, ein Abgesang in Dauerschleife. Ganz in der Nähe der Stelle, an der am Dienstag 2750 Tonnen Ammoniumnitrat explodierten, habe ich fünf Jahre lang gelebt; das christliche Viertel Mar Mikhael ist nicht weit entfernt von der Küste, von meinem Fenster aus konnte ich den Hafen sehen, die Silos, die jetzt zerrissene, verkohlte Ruinen sind, die Kleineleuteviertel, von denen kaum etwas übrig blieb.

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