Washington - Ausschlafen - das ist einer der Vorsätze von Barack Obama für seine Zeit nach dem Abschied aus dem Weißen Haus. Am Samstag, seinem ersten vollen Tag als ehemaliger US-Präsident, werde er „meinen Wecker nicht stellen, da bin ich mir sicher“, sagte Obama dem Fernsehsender CBS.

Die Erholungsphase nach acht aufreibenden und großteils dramatischen Amtsjahren wird aber wohl nicht allzu lange dauern. Schließlich wird Obama mit 55 Jahren einer der jüngsten Altpräsidenten der US-Geschichte sein.

An Lehrtätigkeit anknüpfen und Memoiren schreiben

Obama ist im höchsten Staatsamt an den Schläfen etwas ergraut und im Gesicht abgemagert. Doch physisch geht es ihm nach eigenen Worten „wahrscheinlich so gut wie nie“. Wie sich bereits abzeichnet, wird sich Obama früher oder später einer Vielzahl von Aktivitäten widmen.

Er wird wohl, ebenso wie Ehefrau Michelle, seine Memoiren schreiben und sich seiner wohltätigen Stiftung widmen, deren Gründung er bereits auf den Weg gebracht hat. Und er will auch, wie er in dem CBS-Interview ankündigte, an seine einstige Lehrtätigkeit anknüpfen. Obama war früher Dozent für Verfassungsrecht.

Familienleben für Obama an erster Stelle

Zunächst aber hat das in den Präsidentenjahren vernachlässigte Familienleben für ihn Top-Priorität. Ein längerer Urlaub mit seiner Frau Michelle ist geplant. Mit ihr will er direkt nach der Vereidigung seines Nachfolgers Donald Trump am Freitag in das kalifornische Palm Springs fliegen. Dort wird Obama wohl ausgiebig seiner Leidenschaft für das Golfen frönen.

Wohnen werden die Obamas vorerst weiter in Washington. Sie haben ein Haus im edlen Stadtteil Kalorama gemietet. Dort wollen sie zumindest solange bleiben, bis die 15-jährige Tochter Sasha 2019 ihren High-School-Abschluss gemacht hat. Die 18-jährige Tochter Malia beginnt im Herbst mit dem Studium an der Elite-Universität Harvard, in der Nähe von Boston.

Präsidentenbibliothek in Chicago

Über die politischen und gesellschaftlichen Themen, denen sich Obama künftig widmen wird, hat er sich noch nicht allzu ausgiebig geäußert. Auf jeden Fall wird er sich in der von ihm als Präsident angestoßenen Initiative „My Brother's Keeper" engagieren, die junge Leute vor allem aus der afroamerikanischen und hispanischen Bevölkerung betreut und fördert.

Die Obama-Stiftung wiederum, die in seiner Heimatstadt Chicago ansässig sein und auch eine Präsidentenbibliothek umfassen wird, dürfte an Kernthemen seiner Präsidentschaft anknüpfen: Krankenversicherung für alle, Klimaschutz, Annäherung an Kuba - dies seien einige der voraussichtlichen Themen, berichtete das „Time“-Magazin unter Berufung auf das Obama-Umfeld.

Aus den aktuellen politischen Debatten hingegen wird er sich, wie es der Tradition entspricht, heraushalten - zumindest weitgehend. Obama behält sich vor, das Wort zu erheben, wenn es „um Kernfragen unserer Werte und Ideale“ gehe, wie er im November sagte. Diese Ankündigung war an die Adresse des hochumstrittenen Nachfolgers gerichtet. (afp)