Ich sitze mit einem befreundeten russischen Pärchen zum Abendessen in einem beengt-gemütlichen Thai-Restaurant in Berlin-Schöneberg, es ist noch die unbekümmerte Zeit vor der Pandemie, vor dem Ukraine-Krieg. Wir sprechen über meine Liebe zur westukrainischen Stadt Lwiw. Russisch „Lwow“ heiße die, unterbricht mich Michail barsch, eine ukrainische Sprache gebe es überhaupt nicht. Hatte ich nicht gerade noch gelesen, wie Zar Alexander II. ukrainischsprachige Publikationen verbot? Etwas zu verbieten, was es angeblich nicht gibt: Derlei verquere Unlogik kannte ich von Kreml-Statements oder aus russischen Propagandamedien. Aber beim geselligen Abendessen im Freundeskreis? In ein paar Jahren, ereifert sich Michail weiter, würden Geflüchtete in Strömen Richtung Russland ziehen, ihr Heil im Osten suchen, weil unsere dekadenten Gesellschaften dann zusammengebrochen seien.

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