Berlin - Die  Personalmeldungen in der Flüchtlingspolitik überschlugen sich am Donnerstag fast. Begonnen hatte der Tag noch damit, dass der Druck auf Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erneut gestiegen war: Beim Flüchtlingsgipfel der Kanzlerin und Ministerpräsidenten am Vorabend wurde er offen und massiv kritisiert – durch wichtige Ministerpräsidenten von Union und SPD,  allen voran Horst Seehofer und Hannelore Kraft. Gerügt wurde sein Krisenmanagement, besonders das Chaos beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), wo sich 250 000 Asylanträge stauen. Ob de Maizière die ihm unterstellte Behörde nicht im Griff habe?

Bereits am Vormittag kam dann eine überraschende Meldung aus dem Innenministerium: Manfred Schmidt ist als Präsident eben jenes Bundesamts zurückgetreten. Als Spitzenbeamter war auch er heftig in die Kritik geraten, weil die Behörde seit Jahren überlastet sei und die Flüchtlingskrise völlig unterschätzt habe. „Aus persönlichen Gründen“ habe Schmidt nun um seine Abberufung gebeten, erklärte Minister, de Maizière – betonte aber, er bedauere, „einen Behördenleiter zu verlieren, der hervorragende Arbeit geleistet hat“.

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