Köln - Wasserwerfer, Schlagstöcke und Reizgas: Die Polizei hat am Sonntag mit einem massiven Einsatz auf Ausschreitungen bei einer Hooligan-Kundgebung gegen Salafisten in Köln reagiert. Beamte seien mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden, sagte ein Polizeisprecher. „Dagegen sind wir vorgegangen.“ Ein Einsatzfahrzeug der Polizei wurde von den Demonstranten auf die Seite geworfen.

Bei den Ausschreitungen wurden mindestens 45 Menschen verletzt, darunter sind 44 Polizisten. Eine Beamtin trägt schwere Verletzungen davon. 17 Personen wurden vorübergehend festgenommen. Mehre Einsatzfahrzeuge der Polizei werden beschädigt. Eine solche Eskalation der Gewalt habe es in NRW lange nicht gegeben, meinte ein Beamter. „Sowas kennt man aus Berlin oder Hamburg - aber eigentlich nicht aus Nordrhein-Westfalen.“

Anreise aus der ganzen Republik

Mindestens 2500 als gewaltbereit geltende Hooligans und Rechtsextreme hatten sich am Sonntagnachmittag versammelt, um gegen Islamisten zu demonstrieren. Die Teilnehmer waren nach Angaben der Bundespolizei teilweise von weither angereist.

Schon vor Beginn der offiziell angemeldeten Demonstration wurden am Kölner Hauptbahnhof „Ausländer-raus“-Rufe angestimmt. Zugleich kamen rund 500 Teilnehmer zu einer Gegendemonstration - unter ihnen war die Kölschband Brings.

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Die Polizei war unbestätigten Angaben zufolge mit rund 1000 Einsatzkräften vor Ort. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete am Abend, dass es auch bei der Abreise der Hooligans in einem Regionalzug zu gespenstischen Szenen kam.

Als die Hooligans durch die Stadt zogen, kam es zu den heftigen Ausschreitungen am Ebertplatz. „Wir haben jetzt im Moment Pfefferspray, Schlagstöcke und Wasserwerfer im Einsatz und versuchen, die Lage etwas unter Kontrolle zu kriegen“, sagte ein Sprecher der Polizei.

Wenig später eskalierte die Lage auch am Hauptbahnhof. Weil Demonstranten versuchten, das abgesperrte Bahnhofsgebäude zu stürmen, setze die Polizei auch dort Wasserwerfer ein.

Als sich die Lage etwas beruhigt hatte, eskortierte die Polizei die Demonstranten in kleinen Gruppen durch den Bahnhof zu ihren Zügen, damit sie aus Köln abreisen konnten. Auch dabei kam es immer wieder zu kleineren Rangeleien mit den Einsatzkräften.

Zu Festnahmen konnte ein Polizeisprecher zunächst keine Angaben machen. Ein Hubschrauber habe aber auch Bilder aus der Luft gemacht. Diese würden nun von szenekundigen Beamten ausgewertet, um die Angreifer auch nachträglich zur Rechenschaft ziehen zu können.

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Die „Hooligans gegen Salafisten“ sind eine Bewegung, die sich im Internet gebildet hat und sich über soziale Netzwerke organisiert. Neben gewaltbereiten Fußballfans werden auch Rechtsextreme der Bewegung zugerechnet.

Das Bundesinnenministerium beobachtet sie nach eigenen Angaben wegen der hohen Gewaltbereitschaft unter den Sympathisanten seit einiger Zeit verstärkt. Die Kundgebung in Köln war von einem Funktionär der Anti-Islam-Partei Pro NRW angemeldet worden, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. (dpa)

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