Dresden - Merkel muss immer weg, auch an diesem Montagabend vor der Dresdner Semperoper, wo sich nach Zählungen einer Studentengruppe rund 10.000 Pegida-Anhänger versammelt haben, etwas, aber nicht deutlich mehr als am vergangenen Montag. „Widerstand“ und „Merkel muss weg!“, hallt es mehrfach über den Platz, die Kanzlerin ist längst zur Lieblingsfeindin der selbst ernannten sächsischen Retter des Abendlandes geworden. Sie hat Justizminister Heiko Maas in der Missgunst des „Volkes“ abgehängt. Einer in der Menge hält ein Plakat mit dem Bild der Kanzlerin hoch: „Mutter Terroresia“.

Lutz Bachmann, der Anführer von Pegida, ist an diesem Abend auch weg. „In geheimer Mission unterwegs“, ruft sein Stellverteter Siegfried Däbritz von der Bühne auf dem Theaterplatz. Däbritz, ein glatzköpfiger Pensionsbetreiber, Securitymann und Waffennarr aus Meißen, der im Internet Muslime als „Schluchtenscheißer“ beschimpfte, hält an diesem Abend eine Rede und lädt seine Zuhörer zu einer Gedenkminute ein für die Opfer des Terrorismus in Paris. In Dresden war man davon ausgegangen, dass an diesem Abend, an Tag drei nach dem Anschlag, deutlich mehr Pegidisten in die Stadt kommen würden.

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