Ein Feuerwehrmann bekämpft die Flammen des «Gosper Mountain»-Feuers, die ein Gebäude erreicht haben. Die Lage im Kampf gegen die Buschfeuer in Australien spitzt sich zu.
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BerlinNatürlich hat er um Entschuldigung gebeten – was blieb Australiens Premier Scott Morrison auch übrig? Selbst als konservativer Hardliner und Klimawandel-Skeptiker konnte er die aufgebrachte Stimmung im eigenen Land kaum länger ignorieren. 

Während in der Heimat die Buschfeuer wüteten und Tausende Freiwillige im Einsatz gegen die Flammen ihr Leben riskierten, zwei Feuerwehrleute sogar starben, machte der Regierungschef mit der Familie Urlaub auf Hawaii und war tagelang unauffindbar. Auf Twitter schlug dem 51-Jährigen Empörung entgegen, vor seinem Wohnsitz in Sydney versammelten sich Demonstranten.

Er habe Zeit mit seinen Kindern verbringen wollen, argumentierte Morrison nun, nachdem er seinen Urlaub abgebrochen und Fehler eingestanden hatte. Doch es sind ja nicht nur die Badeferien, die ihm Kritik einbringen – vielmehr passt seine Abwesenheit in das Bild, das der Premier in Sachen Klimaschutz generell abgibt.

Abwesenheit und Tatenlosigkeit beim Kampf gegen die Erderwärmung

Auch wenn er jetzt einräumt, dass es eine Verbindung zwischen dem Klimawandel und den derzeitigen Wetterbedingungen in Australien gebe, so fügt er doch im gleichen Atemzug hinzu, nicht von seiner Pro-Kohle-Politik abrücken zu wollen. So kann man dem Vorwurf der Tatenlosigkeit im Kampf gegen die Erderwärmung wohl kaum begegnen.

Wie lange wird Morrison diesen Standpunkt noch halten können? Immerhin sind sich die Wissenschaftler weitgehend einig: Es ist auf den Klimawandel zurückzuführen, dass die Buschbrände in diesem Jahr besonders früh und besonders heftig ausbrachen. Morrison hat noch nicht viel zur Krisenbewältigung beigetragen – außer angesichts der Buschfeuer um Regen zu beten.