Vancouver - Als Ende Mai die Überreste von mehr als 200 Kindern von Ureinwohnern bei einem früheren Internat in Westkanada entdeckt wurden, war Crystal Fraser nicht überrascht. „Wir wissen seit Jahrzehnten, sogar mehr als einem Jahrhundert, dass viele unserer Vorfahren und unmittelbaren Familienmitglieder nicht von den Internatsschulen nach Hause kamen“, sagt sie. Fraser ist Historikerin an der Universität von Alberta und auch Angehörige der indigenen Gruppe der Gwichyà Gwich’in.

Doch was sie hat kommen sehen, rüttelt weite Teile Kanadas dieser Tage auf: Knochen von über 1000 Menschen wurden seit Ende Mai durch den Einsatz neuer Technologie im Umkreis ehemaliger Anstalten gefunden. Diese Umerziehungsinternate für Töchter und Söhne von Ureinwohnern sollten „den Indianer im Kind töten“, wie Fraser es ausdrückt. Lange hatte das als weltoffen geltende Kanada seine dunkle Geschichte ignoriert. Nun erhöhen die Knochenfunde den Druck auch auf Ottawa.

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