Sprit sollte billiger werden, das 9-Euro-Ticket die Menschen entlasten – zuzüglich einer Energiepauschale, die ab September einmalig in einer Höhe von 300 Euro ausgezahlt werden soll. Mit viel Ehrgeiz hat die Bundesregierung vor nicht allzu langer Zeit ein Entlastungspaket für die von der Inflation geplagten Bürgerinnen und Bürger beschlossen – um jetzt einzusehen: Es reicht nicht oder kommt gar nicht bei den Menschen an.

Natürlich nicht – denn die Preise steigen weiter. Sei es bei Obst, Gemüse, Brot und Fleisch. Oder bei Benzin und Diesel. Trotz Tankrabatt sind die Preise bislang nicht spürbar gesunken. Ganz im Gegenteil: An manchen Zapfsäulen sind die Preise – auch wegen der Reiselust an Pfingsten – noch einmal hochgeschraubt worden. Entlastung sieht anders aus. Der Frust bleibt und wird wachsen, wenn spätestens im Winter die hohen Heizpreise zu spüren sind.

Die Sozialverbände warnen seit Langem, dass das Paket zwar gut gemeint, aber zu kurzfristig gedacht ist. Außerdem beklagen sie Gerechtigkeitslücken wie bei der Energiepauschale, die im September ausgezahlt werden soll. Rentner und Studenten sind unter anderem von dieser Einmalzahlung ausgenommen – auch weil es ein zu hoher bürokratischer Aufwand wäre.

Die Bundesregierung will nun nachjustieren, ein drittes Entlastungspaket schnüren. Das sollte sie – doch diesmal ein nachhaltiges. Vorschläge gibt es zur Genüge – sei es das soziale Klimageld bis zur dauerhaften Entlastung für Familien mit niedrigem Einkommen. Oder die Mehrwertsteuer von sieben Prozent auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte zu streichen. Das würde diese Lebensmittel billiger machen. All das gilt es zu prüfen, und ganz oben auf der Liste sollte stehen, dass die Entlastungen wirklich bei den Bürgern ankommen.