Berlin - Ein politisches Gebot der Stunde ist derzeit, sich angesichts des Krieges in der Ukraine für eigene Irrtümer zu entschuldigen oder wenigstens zu erklären. Bei diesem Spiel treten zum einen Ankläger auf, alle jene, die immer schon gewusst und gesagt haben, dass Wladimir Putin ein skrupelloser Kriegsverbrecher ist. Zum anderen sind da, wo Kläger nun ihr scharfes Wort erheben, die Angeklagten, all jene also, die verschwiegen, verkannt, verdrängt oder vertuscht haben, dass der russische Präsident ein Massenmörder ist. Ein markantes Beispiel für eine solchermaßen anbefohlene Entschuldigung bot zuletzt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, als er von der „Fehleinschätzung“ sprach, „dass wir – und auch ich – gedacht haben, dass auch ein Putin des Jahres 2021 am Ende nicht den totalen politischen, wirtschaftlichen und moralischen Ruin des Landes hinnehmen würde für seinen imperialen Wahn“.

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