+++23:46 Uhr+++Hamas und Islamischer Dschihad verurteilen Anschlagserie von Paris

Die radikalislamische Hamas-Bewegung und die Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad haben die Terrorserie von Paris verurteilt. Der hochrangige Hamas-Anführer Bassem Na'eem sprach am Samstag in einer per Mail verbreiteten Mitteilung von „barbarischen Attacken“. Nafes Assam vom Islamischen Dschihad sagte vor Reportern: „Ich glaube nicht, dass der Islam dieses willkürliche und rücksichtlose Töten erlaubt.“ Beide Gruppen waren in der Vergangenheit für eine Reihe von Selbstmordattentaten verantwortlich, die Hunderte Israelis töteten.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas war in den vergangenen Monaten wiederholt gegen salafistische Gruppen vorgegangen, die sich dem Islamischen Staat (IS) angeschlossen haben oder mit diesem sympathisieren. Die Terrormiliz hat sich zu den Pariser Anschlägen mit mindestens 129 Toten bekannt. Auch die französischen Behörden gehen nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass IS-Anhänger hinter der koordinierten Kommandoaktion vom Freitagabend stecken.

+++23:37 Uhr+++Vater und Bruder eines „Bataclan“-Attentäters in Polizeigewahrsam

Französische Ermittler haben Vater und Bruder eines Selbstmordattentäters aus dem Pariser Konzertsaal „Bataclan“ in Polizeigewahrsam genommen. Dies berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Samstagabend unter Berufung auf das Umfeld der Ermittlungen. Die Wohnungen der beiden Männer wurden durchsucht. Der Bruder des 29-jährigen Attentäters lebt demnach in einem Ort südlich von Paris, der Vater gut 100 Kilometer weiter östlich.

Der bei dem Anschlag gestorbene Franzose war anhand eines Fingerabdrucks identifiziert worden. Er war den Behörden nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen seiner Radikalisierung bekannt und mehrfach vorbestraft, allerdings nie im Zusammenhang mit Terror-Netzwerken. Bei der Terrorwelle in Paris waren am Freitagabend 129 Menschen getötet worden.

+++22:37 Uhr+++ Zweiter Angreifer über Griechenland eingereist

Ein zweiter mutmaßlicher Angreifer ist wahrscheinlich über Griechenland in die Europäische Union eingereist. Das erfährt die Nachrichtenagentur Reuters von Insidern. Die Ermittlungen laufen.

+++20:52 Uhr+++ Frankreich mobilisiert 3000 weiterer Soldaten

Als Reaktion auf die Anschläge in Paris schickt die französische Regierung 3000 zusätzliche Soldaten auf die Straße. Das teilte die französische Präsidentschaft am Samstagabend nach einer Kabinettssitzung in Paris mit. In der Nacht direkt nach den Anschlägen seien bereits 500 Soldaten mobilisiert worden, hieß es aus dem Umfeld von Staatschef François Hollande. 1000 weitere Soldaten seien am Samstag eingesetzt worden, bis Dienstag sollten 1500 weitere folgen. Die französische Armee hat in Frankreich im Zuge des Anti-Terror-Einsatzes „Operation Sentinelle“ bereits 7000 Soldaten im Einsatz. Sie patrouillieren unter anderem an Bahnhöfen und Touristenattraktionen und schützen jüdische Einrichtungen.

+++20:47 Uhr+++ U2 legen Blumen am Bataclan ab

Die Rockband U2 hat in der Nähe des Bataclan, wo beinahe 100 Menschen bei einem Konzert getötet wurden, Blumen niedergelegt. Die Band sagte ihre Konzerte am Samstag und Sonntag im riesigen Konzertsaal von Bercy ab. „Wir sind am Boden zerstört wegen des Verlusts von Menschenleben bei dem Konzert der Eagles of Death Metal“, erklärte die Gruppe um Frontmann Bono. Die Foo Fighters, die am Montag ebenfalls in Bercy auftreten sollten, brachen ihre Europatournee angesichts der „sinnlosen Gewalt, der Schließung der Grenzen und der weltweiten Trauer“ ab und annullierten ihre Konzerte in Turin, Lyon und Barcelona.

+++20:42 Uhr+++Valls kündigt weitere Luftschläge an

Frankreich will auch nach den Anschlägen den IS weiter in Syrien aus der Luft angreifen. Das kündigt Ministerpräsident Manuel Valls an.

+++20:31 Uhr+++Eine US-Amerikanerin unter den Todesopfern

Eine US-Amerikanerin stirbt bei den Anschlägen, wie CNN unter Berufung auf drei Regierungsvertreter berichtet.

+++20:24 Uhr+++Staatsanwalt spricht von drei Terror-Teams

Bei der Anschlagsserie in Paris sind nach jüngsten Angaben sieben Angreifer ums Leben gekommen und nicht acht. „Sieben Terroristen starben während ihrer kriminellen Handlungen“, sagte der Pariser Staatsanwalt François Molins am Samstagabend. Einer der Angreifer sei anhand seiner Fingerabdrücke identifiziert worden: Es handle sich um einen 1985 im Süden von Paris geborenen Mann, der in den vergangenen Jahren acht Mal wegen gewöhnlicher Straftaten verurteilt worden und den Behörden wegen seiner Radikalisierung aufgefallen sei. Nahe der Leiche eines anderen Selbstmordattentäters sei ein syrischer Pass gefunden worden, sagte Molins. Der 1990 in Syrien geborene Besitzer des Passes sei den französischen Behörden nicht bekannt. Die Angreifer seien bei den Anschlägen offenbar in „drei Teams“ vorgegangen, sagte Molins. Das Bataclan wurde von drei mit Kalaschnikow-Schnellfeuergewehren und Sprengstoffgürteln bewaffneten Männern attackiert, die in einem „schwarzen Polo“ mit belgischem Kennzeichen vorgefahren seien. Davor war die Rede von vier Angreifern im Bataclan gewesen. Als zweites Tatfahrzeug wurde ein schwarzer Seat identifiziert. Die Zahl der Todesopfer gab der Staatsanwalt mit 129 an, allein 89 Opfer wurden im Bataclan getötet. Die Opferzahl drohe sich weiter zu erhöhen, sagte Molins: Unter den 352 Verletzten seien 99 Menschen mit besonders schweren Verletzungen.

+++20:00 Uhr+++Verdächtiger war Freitagabend in Paris

Nach den Anschlägen von Paris haben belgische Anti-Terror-Ermittler eine Person festgenommen, die am Freitagabend in der französischen Hauptstadt war. Das bestätigte der belgische Premierminister Charles Michel am Samstagabend nach einem Großeinsatz der Polizei im Brüsseler Stadtteil Molenbeek. In Paris war nach den Anschlägen ein Mietwagen mit einer Verbindung nach Molenbeek entdeckt worden, wie ein Sprecher von Justizminister Koen Geens nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga sagte. Schwer bewaffnete Polizisten durchsuchten demnach in Molenbeek mehrere Wohnungen. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Der Brüsseler Stadtteil war nach Anschlägen schon häufiger Schauplatz von Polizei-Razzien, etwa nach einem Anschlag auf einen Thalys-Hochgeschwindigkeitszug im August.

+++19:22 Uhr+++Zahl der Toten auf 129 gestiegen

Bei der Terrorserie in Paris sind nach neuen offiziellen Angaben 129 Menschen getötet worden. Diese Zahl sei angesichts der vielen Schwerverletzten allerdings vorläufig, sagte Staatsanwalt François Molins am Samstagabend in der französischen Hauptstadt. Es gebe 352 Verletzte, 99 davon akute Notfälle.

Es habe drei Teams von Terroristen gegeben, die koordiniert vorgegangen seien. Sieben Terroristen seien gestorben. Diese benutzten demnach Sturmgewehre des Typs Kalaschnikow. Außerdem hätten sie die absolut gleiche Art von Sprengstoffwesten getragen, sagte Molins.

Seinen Angaben nach gab es am Stadion Stade de France drei Explosionen. Die Leiche eines Selbstmordattentäters wurde in der Nähe gefunden. In dem Stadion spielte am Freitagabend die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ein Freundschaftsspiel gegen die französische Auswahl.

Einer der Angreifer des Musiksaals „Bataclan“ sei zudem als 29-jähriger Franzose identifiziert worden. Er sei den Behörden wegen seiner Radikalisierung bekannt gewesen. Der 29-Jährige sei mehrfach vorbestraft, allerdings niemals wegen Verbindungen in dschihadistische Netzwerke, sagte der Staatsanwalt. Bei einem der Selbstmordattentäter vom Stade de France wurde zudem ein syrischer Pass gefunden, bestätigte Molins.

+++19:15 Uhr+++Nationalspieler Diarra trauert um seine Cousine

Der französische Fußball-Nationalspieler Lassana Diarra (Olympique Marseille) trauert um seine Cousine. Das bestätigte der 30-Jährige am Samstag auf seiner offiziellen Facebookseite. „Meine Cousine Asta Diakite ist unter den Opfern bei einer der Schießereien. Sie war für mich ein Vorbild, eine Unterstützerin, eine große Schwester“, schrieb er „schweren Herzens“. Die Schwester von Antoine Griezmann (24/Atlético Madrid) überstand dagegen unbeschadet das Attentat auf den Pariser Konzertsaal Bataclan. „Gott sei Dank konnte meine Schwester den Bataclan verlassen. Alle meine Gebete gelten den Opfern und ihren Familien“, twitterte Griezmann in der Nacht von Freitag auf Samstag: „Vive la France.“

+++19:08 Uhr+++Stadion-Ordner hielt Attentäter auf

Die Attentäter von Paris wollten einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge offenbar einen Anschlag direkt im Fußballstadion beim Länderspiel Deutschland-Frankreich verüben. Mindestens ein Attentäter habe ein Ticket für das Spiel gehabt. Er sei von einem Ordner beim Sicherheitscheck aufgehalten worden, berichtet die Zeitung am Samstag (Online) unter Berufung auf einen anderen Ordner und einen Polizisten.
Bei dem Attentäter sei etwa eine Viertelstunde nach Spielbeginn am Stadioneingang eine Sprengstoff-Weste entdeckt worden. Beim Versuch zu entkommen, habe der Mann den Sprengstoff zur Explosion gebracht.
Der Polizist vermutetet laut „Wall Street Journal“, dass der Angreifer den Sprengstoff im Stadion zünden wollte. Ziel sei vermutlich eine Massenpanik bei den Zuschauern gewesen, hieß es weiter.

+++18:51 Uhr+++ Ranghoher IS-Chef getötet

Der Chef der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Libyen, Abu Nabil, ist nach Angaben des Pentagon bei einem US-Luftangriff getötet worden. Der Angriff sei in der Nacht zum Samstag geflogen worden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington mit. Der Angriff sei vor den Anschlägen in Paris mit 128 Toten angeordnet worden, zu denen sich der IS bekannte.

+++18:26 Uhr+++Ermittler entdecken verdächtigen Mietwagen

Eine Spur der Attentäter von Paris führt nach Behördenangaben nach Belgien. Nach den Anschlägen sei ein Mietwagen mit einer Verbindung in den Brüsseler Stadtteil Molenbeek in Paris entdeckt worden, sagte ein Sprecher von Justizminister Koen Geens am Samstag nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga.

+++18.09 Uhr+++Großeinsatz in Brüssel

Nach den Terroranschlägen von Paris hat die Polizei in Belgien einen Großeinsatz gestartet. Nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga durchsuchten schwer bewaffnete Polizisten am Samstag mehrere Wohnungen im Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Nach Angaben des Rundfunksenders RTBF wurden mehrere Menschen festgenommen. Die Polizei wollte zunächst nicht bestätigen, dass der Einsatz in Verbindung mit den Anschlägen von Paris steht. Augenzeugen sollen dort allerdings am Freitagabend ein Fahrzeug mit belgischem Kennzeichen beobachtet haben, das mit den Taten in Verbindung stehen könnte.

+++17:30 Uhr+++ Brandenburger Tor in den Farben Frankreichs

Auch das Brandenburger Tor leuchtet jetzt in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot auf - so wie schon Anfang des Jahres nach dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“.
Menschen legen weiße Rosen mit Trauerflor nieder und zünden Kerzen an. „Unser Beileid - Es lebe Frankreich! Es lebe Europa! Es lebe die Menschlichkeit!“ steht in Französisch auf einem provisorisch ausgedruckten Foto.

+++17:13 Uhr+++Twitter-Nutzer zeigen Solidarität

Die Attentate von Paris haben zu einer Solidaritätswelle auf Twitter geführt. Tausende User teilen Fotos aus aller Welt, auf denen historische Gebäude und Wahrzeichen in den Farben Frankreichs angestrahlt sind. Hier eine Kollage der Bilder.

+++17:04+++ Handy rettet Anschlagsopfer das Leben+++

Ein Mobiltelefon wurden für eines der Anschlagsopfer am Stade de France zum Lebensretter. Der Mann war gerade am telefonieren, als sich einer der Selbstmordattentäter in die Luft sprengte. Einer der Bombensplitter schlug in sein Handy. "Es hätte meinen Kopf in tausend Teile zerteilt", sagte in einem Interview. Hier das Video:

+++17:00 Uhr+++Bewaffneter Franzose in Gatwick festgenommen

Am Londoner Flughafen Gatwick ist ein mit einer Schusswaffe bewaffneter Franzose festgenommen worden. Das meldete die britische Polizei am Samstag. Zuvor hatte die Polizei ein Terminal des Flughafens nach dem Fund eines verdächtigen Gepäckstücks geräumt.

+++16:54 Uhr+++ Polizei: In Bayern verhafteter Waffenschmuggler war kein Muslim

Nach Polizeikreisen in Podgorica stand der Montenegriner, der in Bayern mit Waffen im Auto verhaftet wurde, wahrscheinlich in keiner Verbindung zu den Anschlägen in Paris. Der Mann, dessen Initialen mit V. V. angegeben werden, sei polizeilich bisher nicht aufgefallen und überdies gar kein Muslim, erfuhr das montenegrinische Nachrichten-Portal Analitika.

Eine Polizeistreife hatte den Fahrer eines VW-Golf mit montenegrinischem Kennzeichen am Donnerstag vor acht Tagen (5. November) auf der Autobahn Salzburg-München angehalten und im Fahrzeug zahlreiche Waffen, darunter acht Maschinenpistolen, sowie Sprengstoff gefunden. Der Mann wurde vorläufig festgenommen und schweigt zu den Vorwürfen. Angeblich war der Mann auf dem Weg nach Frankreich. Dass der 51-Jährige mit radikalen Dschihadisten zu tun haben könnte, sei eine „reine Mutmaßung“, so die montenegrinische Polizei. Offensichtlich handele es sich um einen Waffenschmuggler. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hatte am Freitag von einer „begründeten Annahme“ gesprochen, dass ein Zusammenhang zwischen der Festnahme in Bayern und den Pariser Terroranschlägen bestehe.

+++16:45 Uhr+++Le Monde veröffentlicht neues Amateurvideo vom Bataclan

Das Online-Portal der französischen Zeitung Le Monde hat ein Amateurvideo veröffentlicht, das von einem Haus schräg gegenüber des Musikklubs Bataclan aufgenommen wurde. Es zeigt einen Ausschnitt des Horrors, den die Besucher des Konzerts erleben mussten. Menschen flüchten in Panik, eine Frau versucht sich über ein Fenster zu retten und hängt dann minutenlang an einem Sims, bis sie von einem Mann ins Haus gezogen wird. Immer wieder sind Schüsse und Schreie zu hören.

+++16:29 Uhr+++Seehofer will Grenzen besser schützen

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer fordert einen stärkeren Schutz der deutschen Grenzen und eine schnelle Abstimmung zwischen Bund und Ländern über weitere Maßnahmen. Angesichts der starken Zuwanderung nach Deutschland „müssen wir wissen, wer durch unser Land fährt, sagt er. Das sei das Gebot der Stunde.“ Der bayerische Finanzminister Markus Söder sagte der Welt am Sonntag laut Vorabbericht, wenn die EU-Außengrenzen nicht gesichert werden könnten, müsse Deutschland seine Grenzen sichern. Die Bundesrepublik sollte sich auch Grenzschließungen vorbehalten. „Die Zeit unkontrollierter Zuwanderung und illegaler Einwanderung kann so nicht weitergehen. Paris ändert alles“, fügte der CSU-Politiker hinzu

+++16 Uhr+++De Maizière: Die Lage ist ernst

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht Deutschland nach den Anschlägen von Paris weiter im Visier des internationalen Terrorismus. „Die Lage ist ernst. Jetzt gilt es, zusammenzustehen in Regierung und Parlament, in der Bevölkerung und in Europa“, sagte er am Samstag nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel und anderen zuständigen Ministern zu den Konsequenzen aus den Terrorattacken von Paris. „Auch Deutschland steht unverändert stark im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus.“ Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen laut de Maizière mit Hochdruck möglichen Bezügen nach Deutschland nach. Er verwies dabei auf den Fall des 51-jährigen Autofahrers, der möglicherweise auf dem Weg nach Paris vor gut einer Woche in Oberbayern mit einem umfangreichen Waffen-Arsenal aufgeflogen war.

+++15.40 Uhr+++Nationalelf gibt Stellungnahme ab

Nach der Rückkehr aus Paris hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft eine gemeinsame Stellungnahme zu den für sie alptraumhaften Geschehnissen beim Länderspiel gegen Frankreich abgegeben. Man habe nach den Terrorakten mit mehr als 100 Toten während der sorgenvollen Stunden im Stade France viel nachgedacht, aber keine Antwort gefunden, „die diese feigen Anschläge erklären kann“, heißt es in der auf der DFB-Homepage veröffentlichten Mitteilung.

+++15.18 Uhr+++Mindestens ein Franzose unter den Attentätern

Mindestens einer der Attentäter von Paris ist französischer Staatsangehöriger. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Samstagnachmittag unter Berufung auf Polizeiermittler.

+++14.58 Uhr Mutmaßlicher Attentäter aus Konzerthalle in Paris identifiziert

Einer der mutmaßlichen Attentäter in der Pariser Konzerthalle Bataclan ist identifiziert worden. Es handele sich um einen Franzosen, der dem Geheimdienst bekannt war, hieß es am Samstag aus Ermittlerkreisen.

+++14.40 Uhr+++ Was wir wissen, und was wir nicht wissen über die Anschläge in Paris

+++14.30 Uhr+++So drückt die Welt ihre Solidarität aus

Viele Gebäude auf der ganzen Welt sind als Ausdruck der Anteilnahme in den Farben der französischen Flagge angestrahlt worden.

+++14.11 Uhr+++Krisentreffen beendet

Das Krisentreffen der Bundesregierung zu den Terroranschlägen von Paris ist am Samstag nach gut einer Stunde zu Ende gegangen. Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur will Innenminister Thomas de Maizière (CDU) in Kürze die Öffentlichkeit unterrichten.

+++13.59 Uhr+++IS droht Frankreich mit neuen Terroranschlägen

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat Frankreich mit weiteren Anschlägen gedroht. „Dieser Überfall ist nur der erste Tropfen Regen und eine Warnung“, hieß es in einer am Samstag im Internet kursierenden Botschaft im Namen des IS. Bei der Serie von Attentaten waren am späten Freitagabend in Paris mindestens 128 Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. „Frankreich und jene, die seinem Pfad folgen, wissen, dass sie ganz oben auf der Liste der Ziele des Islamischen Staates stehen und dass der Geruch des Todes ihre Nasen nicht verlassen wird, solange sie ihren Kreuzzug fortführen, es wagen, unseren Propheten zu beleidigen (...), stolz darauf sind, gegen den Islam Krieg zu führen und die Muslime im Land des Kalifats mit ihren Flugzeugen anzugreifen“, heißt es in dem Text, der in arabisch und französisch vorliegt.

+++13.55+++Warum wurde Paris zum Angrifssziel der Anschläge?

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die für die französische Hauptstadt als Angriffsziel der islamistischer Terroristen spricht. Überlegungen von unserem Autor Arno Widmann.

+++13:48+++Bundespolizei kontrolliert an deutsch-französischer Grenze

Angesichts der Anschläge in Paris hat die Bundespolizei in Deutschland an der Grenze zu Frankreich wieder selektive Grenzkontrollen eingeführt. Dies sei bereits in der Nacht zum Samstag geschehen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam. Zudem seien seit Samstagmorgen um 07.00 Uhr die Kontrollen auf den deutschen Flughäfen und in internationalen Zugverbindungen verstärkt worden. Die Bundespolizei überprüfe bei Landungen von Flügen aus Frankreich „gegebenenfalls selektiv“ die Passagiere, sagte der Sprecher. In den internationalen Zügen seien Bundespolizisten präsent.

+++13:43 Uhr+++Kölner Auftritt der Eagles of Death Metal nach Anschlag noch unklar

Eigentlich hätte die Band „Eagles of Death Metal“ am Dienstag in der Kölner „Essigfabrik“ auftreten sollen. Der folgenschwerste Angriff des Abends wurde auf die Konzerthalle Bataclan in der Innenstadt verübt, in der mehr als tausend Menschen ein Konzert der US-Band „Eagles of Death Metal“ besuchten. Vier schwerbewaffnete Attentäter schossen dort wahllos in die Menge.

+++13.37 Uhr+++Kreise: Syrischer Pass nahe einem Angreifer in Paris gefunden

Nahe einem der Urheber der Terroranschläge in Paris ist nach Angaben aus Polizeikreisen ein syrischer Pass gefunden worden. Der Pass sei in der Nähe der Leiche eines der Angreifer entdeckt worden, sagte ein Polizeivertreter am Samstag. Laut Polizeikreisen gehen die Ermittler zusammen mit französischen und ausländischen Geheimdiensten derzeit einer „syrischen Spur“ nach.

+++13:26 Uhr+++

Die Terroristen des IS wollen nicht, dass es anderen gut geht: Ein Kommentar von Joachim Frank, Chefkorrespondent des Kölner Stadt-Anzeiger, der Berliner Zeitung und der Mitteldeutschen Zeitung.

+++13:15 Uhr+++Ausnahmezustand am Bataclan

An der Metro-Station Oberkampf, in der Nähe des Bataclan, sammelt sich die Presse aus aller Welt. Die Polizei hat hier eine Sperre eingerichtet. Unser Reporter Christian Löer ist in Paris. Seinen Erfahrungsbericht aus dem Stadion lesen Sie hier.

+++13.10 Uhr+++Ansturm zum Blutspenden in Paris

Nach den Anschlägen von Paris erleben die Blutspende-Zentren rund um die französische Hauptstadt einen Ansturm von Blutspendern. 19 Zentren in der Region Ile-de-France öffneten am Samstagmorgen ihre Pforten, „19 sind überrannt vom Ansturm der Pariser und Touristen, die spontan zum Blutspenden kommen“, sagte Djamel Benomar vom Blutspendedienst EFS. Vor den Blutbanken bildeten sich lange Schlangen. Bei koordinierten Anschlägen in Paris waren in der Nacht zum Samstag mindestens 128 Menschen getötet und rund 250 weitere verletzt worden. Zu der Anschlagsserie bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

+++13.05 Uhr+++Bericht aus Paris

Die 18-jährige Sophia Bobic aus Bonn absolviert in Paris ein Freiwilliges Soziales Jahr. Sie hat uns geschildert, wie sie den Freitagabend erlebt hat.

+++12.57 Uhr+++Terrorexperte Steinberg spricht über die Konsequenzen für Deutschland

Der Terrorismusexperte Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik ist Autor des Buches: „Kalifat des Schreckens: IS und die Bedrohung durch den islamistischen Terror.“ Hier spricht er über die Anschläge von Parisund ob man den Terror hätte verhindern können.

+++12.38 Uhr+++Syrien-Konferenz zeigt Einigkeit gegen Terror

Die Teilnehmer der Syrien-Konferenz in Wien beraten nach den Anschlägen von Paris auch über einen engeren Schulterschluss im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte, alle 17 Nationen am Verhandlungstisch seien vom Terrorismus bedroht. „Die einzig mögliche und wirksame Antwort ist es, vereint vorzugehen.“ Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte: „Es gibt keine Rechtfertigung für terroristische Akte und auch keine Rechtfertigung für uns, nicht mehr zu tun, um IS, Al-Nusra und ihresgleichen zu besiegen.“

+++12.30 Uhr+++Papst ruft zu Gebeten auf

Papst Franziskus verurteilt die Anschläge als durch nichts zu rechtfertigende unmenschliche Taten. Er sei schmerzerfüllt und dem französischen Volk verbunden, sagt er einem katholischen Fernsehsender. Er bete für die Opfer.

+++12.27 Uhr+++Düsseldorfer Polizei verstärkt Schutz am Französischen Generalkonsulat

Die Polizei hat nach den Anschlägen in Paris die Schutzmaßnahmen am Französischen Generalkonsulat in Düsseldorf verstärkt. Das sagte ein Sprecher am Samstag. Weitere Gebäude und Plätze wie etwa der Landtag oder der Hauptbahnhof würden derzeit aber nicht besonders bewacht.

+++12.25 Uhr+++Gauck ruft zur Verteidigung europäischer Werte auf+++

Bundespräsident Joachim Gauck hat angesichts der Anschlagsserie von Paris dazu aufgerufen, die europäischen Werte zu verteidigen. Europas Werte und Europas Freiheit seien in der Geschichte von „machtvollen Feinden angegriffen worden“, dennoch sei Europa „ein Bollwerk der Demokratie und Menschenrechte“, sagte Gauck am Samstag in Berlin. „Auch die brutalen Angriffe islamistischer Terroristen vermögen dies nicht zu ändern.“ Aus dem Zorn über die „Mörder“ von Paris müssten Entschlossenheit und Verteidigungsbereitschaft werden, sagte Gauck weiter.

+++12.17 Uhr++++ Gatwick evakuiert

Das Nord-Terminal des Londoner Flughafens Gatwick ist evakuiert worden. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, erklärt der Flughafenbetreiber auf Twitter.

+++12.15 Uhr+++Seehofer will Grenzen stärker schützen

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer fordert einen stärkeren Schutz der deutschen Grenzen und eine schnelle Abstimmung zwischen Bund und Ländern über weitere Maßnahmen. Angesichts der starken Zuwanderung nach Deutschland „müssen wir wissen, wer durch unser Land fährt, sagt er. Das sei das Gebot der Stunde.“

+++12.13 Uhr+++Unser Reporter Christian Löer war am Freitagabend im Stadion

„Am Himmel kreisten Hubschrauber, und plötzlich erinnerten sich die Reporter daran, wie sie am Mittag leicht genervt in den Pariser Südwesten zum Hotel der Mannschaft geeilt waren, weil es eine telefonische Bombendrohung gegeben hatte.“

+++12.04 Uhr+++Gauck bekundet Solidarität

Bundespräsident Joachim Gauck: „Aber die Terroristen werden nicht das letzte Wort haben. Diese Nacht wird nicht das letzte Wort haben.“

+++11.51 Uhr+++Die Polizei erhöht den Schutz der französische Botschaft am Brandenburger Tor

+++11.50 Uhr+++IS bekennt sich zu Pariser Anschlägen

Die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu den Anschlägen in Paris bekannt. Das teilte der IS am Samstag in einer Erklärung mit.

+++11.35 Uhr+++Die Anschlagsorte auf der Stadtkarte von Paris

+++11.05 Uhr+++Sicherheitskabinett

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere trifft in diesen Minuten die Chefs der Sicherheitsbehörden in Berlin, um über die Lage nach den Anschlägen zu beraten. Anschließend tritt um 13 Uhr im Kanzleramt das Sicherheitskabinett zusammen.

+++11.00 Uhr+++ Hollande macht IS für Anschlagsserie von Paris verantwortlich

Die Anschläge in Paris wurden nach den Worten des französischen Präsidenten Francois Hollande von der Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) verübt. Es handele sich um einen Kriegsakt, sagte er am Samstag. Die Anschläge seien „von außen“ geplant und organisiert und mit Komplizen „im Inneren“ verübt worden.

Im Interview mit Markus Decker warnt warnt CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach davor, die Flüchtlingesdebatte angescichts der Anschläge in einem anderen Licht zu diskutieren.

+++Möglicher Komplize von Paris-Tätern in Bayern verhaftet?

Fahnder der Polizei im bayerischen Rosenheim haben nach Informationen des Bayerischen Rundfunks vor wenigen Tagen einen Mann aus Montenegro festgenommen, der vermutlich zum Kreis der Attentäter von Paris gehöre. Unmittelbar nach der Festnahme habe das Bayerische Landeskriminalamt mit den französischen Behörden Kontakt aufgenommen und sie über Details informiert.

+++10.30 Uhr+++ Italien verschärft Sicherheitsvorkehrungen

Italien hat seine Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Das Risiko weiterer tödlicher Anschläge dürfe nicht unterschätzt werden, erklärt Ministerpräsident Matteo Renzi in einer Fernsehansprache.

+++9.57 Uhr+++Zahl der Toten gestiegen

Die Zahl der Toten bei der Anschlagsserie in Paris ist auf 127 gestiegen. Es gebe außerdem 180 Verletzte, von denen 80 sich in einem besonders dramatischen Zustand befänden, sagten Polizeivertreter am Samstagmorgen. Angreifer hatten am Freitagabend bei etwa zeitgleichen Attacken an sechs Orten der französischen Hauptstadt das Feuer eröffnet oder sich selbst in die Luft gesprengt. Die meisten Toten gab es in der Konzerthalle Bataclan im Zentrum von Paris. Nach Angaben vom späten Freitagabend starben acht Angreifer.

+++9.10 Uhr+++Angela Merkel erschüttert

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich erschüttert und sichert Frankreich ihre Unterstützung zu. „Wir weinen mit ihnen. Wir werden gemeinsam mit ihnen den Kampf gegen die führen, die ihnen so Unfassbares angetan haben“, sagt die Kanzlerin in Berlin.

+++9.06+++Bundesinnenminister Thomas de Maizière trifft Vertreter der Sicherheitsbehörden

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wird am Samstag mit den Vertretern der Sicherheitsbehörden des Bundes in Berlin über Konsequenzen aus den Attentaten in Paris beraten. Er werde seinen Auftritt beim Landesparteitag der CDU in Sachsen stark verkürzen und dann sofort in die Hauptstadt aufbrechen, teilte sein Ministerium am Samstag in Berlin auf Anfrage mit. Das Ministerium ordnete bundesweite Trauerbeflaggung der obersten Bundesbehörden und ihrer Geschäftsbereiche sowie der Behörden des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht von Bundesbehörden unterstehen, an. Dies geschehe als Zeichen der Anteilnahme und Solidarität mit dem französischen Volk nach der abscheulichen Anschlagsserie in Paris.

+++9.01 Uhr+++Alle Sport-Veranstaltungen abgesagt

Im Großraum Paris werden für dieses Wochenende einem Fernsehbericht zufolge alle Sport-Veranstaltungen abgesagt. Das meldet der Sender iTele TV.

+++8.29 Uhr +++ Alle Hospitäler in Alarmbereitschaft

Die öffentlichen Krankenhäuser in Paris haben nach den Terrorattacken vom Freitagabend nach Medienberichten den sogenannten „Plan blanc“ eingeleitet. Wie die Zeitung „Le Monde“ auf ihrer Homepage am Samstagmorgen schrieb, wurden alle Hospitäler in Alarmbereitschaft versetzt. Dasselbe gelte für Notfalldienste und alle weiteren öffentlichen Gesundheitseinrichtungen. Den „weißen Plan“ gibt es seit 2004, er tritt nur in Ausnahmesituationen in Kraft.

+++8.03 Uhr+++Bund und Länder besprechen Maßnahmen

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat die Terroranschläge in Paris als „hinterhältig und unglaublich brutal“ verurteilt. „Die Terroristen haben an mehreren Anschlagzielen anscheinend wahllos möglichst viele Menschen getötet und verletzt. Das ist eine neue Dimension“, erklärte Jäger am Samstag in Düsseldorf. Die Sicherheitsbehörden in NRW seien nach dem Anschlag sensibilisiert und besonders wachsam.

Bund und Ländern analysierten am Samstag gemeinsam die Lage und wollten besprechen, welche zusätzlichen Maßnahmen notwendig sind. „Wir nehmen die Gefährdungslage sehr ernst. Deutschland steht seit längerem im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus. Solche Anschläge, die eine große Aufmerksamkeit für den Islamistischen Staat erzielen sollen, können auch in Deutschland geschehen“, sagte Jäger. Es gebe jedoch hierzulande keine konkreten Hinweise auf bevorstehende Anschläge.

+++07.58 Uhr+++Keine Gewissheit über deutsche Opfer

Das Auswärtiges Amt hat noch keine Gewissheit, ob Deutsche unter den Opfern der Anschläge sind. „Das Auswärtige Amt hat noch am Abend einen Krisenstab eingerichtet, der mit der Botschaft Paris und den französischen Behörden die ganze Nacht über in Kontakt stand“, erklärt ein Sprecher. Für den Vormittag sei eine weitere Sitzung geplant.

+++06.36 Uhr+++Iran verurteilt Anschläge

Der iranische Präsident Hassan Ruhani bezeichnet die Anschläge als „unmenschliches Verbrechen“.

+++06.32 Uhr+++Türkei bekräftigt Verbundenheit mit Frankreich

Die Türkei bringt ihre Verbundenheit mit Frankreich zum Ausdruck. „Diese Anschläge richten sich nicht nur gegen das französische Volk, sondern gegen die gesamte Menschheit, gegen Demokratie und Freiheit und alle gültigen Werte“, erklärt Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Die Türkei stehe Frankeich im Kampf gegen den Terrorismus zur Seite.

+++05.07 Uhr+++China bekundet Solidarität

Die chinesische Regierung bekundet ihre Solidarität mit Frankreich. China sei bereit, Frankreich im Kampf gegen den Terrorismus zur Seite zu stehen und die Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen zu verstärken, sagt Präsident Xi Jinping. (dpa,afp,rtr)

Hier finden Sie unseren Newsticker aus der Nacht zum Nachlesen.