Madrid - Ein eigentümlicher Bürgerkrieg tobt derzeit in Spanien. Dazu gehören auch die Bilder brennender Müllcontainer, fliegender Pflastersteine oder eingeschlagener Schaufenster: Die Proteste gegen die Inhaftierung eines Musikers, der in Spanien gegen Königshaus, Korruption und konservative Politiker rappte, reißen nicht ab. Doch nicht nur die jungen und sehr wütenden Demonstranten laufen gegen Unterdrückung der Meinungsfreiheit Sturm. Kritik kommt auch von Künstlern, Politikern der linksgerichteten Regierungskoalition und Medien.

Der Fall des wegen „Majestätsbeleidigung“ und „Gewaltverherrlichung“ zu neun Monaten Haft verurteilten Rappers Pablo Hasél ist nicht der erste. Seit Verabschiedung des „Gesetzes zum Schutz der Sicherheit der Bürger“ 2015 durch die damalige konservative Regierung von Mariano Rajoy – im Volksmund: „Knebelgesetz“ – landen immer wieder Künstler, YouTuber und Journalisten auf der Anklagebank. Mal gibt es Haft-, mal hohe Geldstrafen, gelegentlich auch Freisprüche. Die Empörung hatte bisher allerdings nie solche Ausmaße wie jetzt.

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