Siegessäule
Foto: imago images/Emmanuele Contini

BerlinEines der elegantesten Kriegsdenkmale ist die Berliner Siegessäule. Hoch schwebt ihr goldener Viktorien-Engel über dem weiten Kreis des Großen Sterns im Tiergarten. Fast immer laufen Touristen drum herum und bestaunen in dieser so friedlichen Umgebung die martialischen Reliefs mit Schlachtendarstellungen an den Seiten des massigen Sockelbaus. Sie erinnern an drei Kriege, die Preußen 1864 gegen Dänemark, 1866 gegen Österreich und 1870 gegen Frankreich führte und für sich entschied. Nach letzterem wurde 1871 in Versailles das Deutsche Reich begründet und damit die Geschichte und Staatsgeografie Europas bis auf den heutigen Tag neu geprägt.

Der Krieg begann formell am Sonntag vor 150 Jahren, als die französische Chambre législative ihn verkündete, aufgeputscht durch die Hoffnung auf den „Rück“-Gewinn von linksrheinischen Gebieten, die einst Napoleon I. erobert hatte, die seine Nachfolger 1815 vor allem an deutschsprachige Staaten hatten abtreten müssen. Auffällig war dabei die Selbstüberschätzung der französischen Militärs, die es nicht einmal für nötig hielten, die Truppen aus den Kolonialgebieten zurückzuholen. Die Regierung versuchte, den Nationalismus zu benutzen, um von innenpolitischen Krisen abzulenken, und konnte dabei auf eine öffentliche Meinung bauen, die im Streit um die Nachfolge der spanischen Königin Isabella II. und die Publikation der „Emser Depesche“ die nationale Ehre beleidigt sah.

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