Berlin - Die Deutsche Umwelthilfe hat die Bundesregierung aufgefordert, Städten ein Verbot von Silvester-Feuerwerk und Böllern zu erleichtern. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) solle sich für eine Änderung der Sprengstoffverordnung einsetzen oder des Gesetzes gegen Luftverschmutzung, sagte DUH-Chef Jürgen Resch am Mittwoch in Berlin.

Die Umwelthilfe hat nach eigenen Angaben 98 Städte mit hoher Feinstaubbelastung im Jahresmittel aufgefordert, „die für Luftqualität, Gesundheit und Tierwelt schädliche Böllerei“ in den Stadtzentren zu verbieten. Stattdessen wirbt die Umwelt-Organisation für Licht- und Lasershows als „moderne und saubere Alternative“.

„Silvester der Zukunft“ in Landshut

Resch sagte, an Silvester gelange in vielen Städten etwa ein Sechstel der Feinstaub-Menge in die Luft, die sonst das ganze Jahr über aus dem Straßenverkehr komme. Viele Städte haben auch schon Einschränkungen, etwa um alte Fachwerkhäuser vor Bränden an Silvester zu schützen.

Als Vorbild für das „Silvester der Zukunft“ sieht die Umwelthilfe zum Beispiel Landshut in Bayern, wo man den Jahreswechsel mit einer Lasershow zu Musik statt mit einem Feuerwerk feiert.

FDP kritisiert Forderungen scharf

Die FDP im Bundestag kritisierte die Forderung der DUH scharf. Diese versuche, „in immer mehr Lebensbereichen die Freiheit der Deutschen zu beschränken“, erklärte die umweltpolitische Sprecherin Judith Skudelny in Berlin.

Damit schade sie auch dem Umweltschutz, weil sie „halb Deutschland“ dagegen aufbringe. Die DHU sei ein „kleiner Verein“, der sich wählen lassen müsse, wenn er selbst Politik machen wolle, ergänzte Skudelny. (dpa/apf)