Deutschland hat wegen der von China erlassenen Sanktionen gegen deutsche Politiker und Wissenschaftler den chinesischen Botschafter Wu Ken in Berlin ins Auswärtige Amt zitiert. Man wolle deutlich machen, dass die Sanktionierung von Abgeordneten und Wissenschaftlern absolut nicht nachvollziehbar sei, erklärte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Dienstag am Rande eines Nato-Treffens in Brüssel. Betroffen sind unter anderen die deutschen EU-Parlamentsabgeordneten Reinhard Bütikofer (Grüne) und Michael Gahler (CDU) sowie das Mercator-Institut für China-Studien in Berlin.

Auch Belgien den chinesischen Botschafter einbestellt. Der Botschafter werde voraussichtlich am Dienstagnachmittag erwartet, hieß es aus Regierungskreisen in Brüssel. Zuvor hatte die belgische Außenministerin Sophie Wilmès die Strafmaßnahmen Pekings gegen Europäer und europäische Organisationen scharf kritisiert. Peking hatte damit auf EU-Sanktionen reagiert, die wegen der Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren gegen China verhängt worden waren. (mit dpa)