Berlin - Es ist noch nicht allzu lange her, dass man selbst in vermeintlich aufgeklärten Kreisen der Ansicht war, die Zeitspanne des deutschen Kolonialismus sei zu kurz gewesen, um sich für schwerwiegende Verbrechen verantworten zu müssen. Die späte Geburt eines deutschen Nationalstaats wurde dabei als Entlastung aufgefasst. Als Länder mit düsterer oder gar selbstbewusst zur Schau getragener kolonialistischer Vergangenheit galten bevorzugt Großbritannien, Frankreich und Belgien. Von deutscher Demut konnte allerdings auch nicht die Rede sein, eher war man geneigt, die eigene Gewaltgeschichte zu verdrängen.

Wie sehr man sich zu täuschen bereit war, weiß man nicht erst seit der Recherche über die Raub- und Vernichtungszüge deutscher Kolonisatoren auf der Insel Luf im heutigen Papua-Neuguinea, die der Historiker und Kolumnist der Berliner Zeitung, Götz Aly, in seinem aktuellen Buch „Das Prachtboot“ präsentiert.

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