BerlinDer Verfassungsschutz Baden-Württembergs wird die „Querdenken“-Bewegung, die gegen die Corona-Einschränkungen demonstriert, beobachten. CDU-Innenminister Thomas Strobl begründet dies mit der fortschreitenden Radikalisierung der Bewegung. Mehrere maßgebliche Akteure gehörten zum Milieu der Reichsbürger und Selbstverwalter, die die Existenz der Bundesrepublik leugnen und demokratische und rechtsstaatliche Strukturen negieren. Auch Berlins SPD-Innensenator Geisel denkt über eine Beobachtung nach.

Bei den Demos Tausender und Zehntausender ist buntes Volk unterwegs: alles Menschen, die die Corona-Maßnahmen überzogen finden und sich Sorgen um die Demokratie machen. Es laufen Rentner mit und Linken- und Grünen-Wähler (17 bzw. 21 Prozent), wie eine Untersuchung zeigte. Man trifft Trommelgruppen, Yogis und Impfgegner, aber auch Spinner, die Kondensstreifen für „Chemtrails“ halten und – mindestens genauso bedenklich –  Leute, die sich mit den Geschwistern Scholl vergleichen oder die Corona-Maßnahmen mit dem Dritten Reich. Besonders widerlich: die antisemitischen Stereotype, wenn es etwa um eine vermeintliche Verschwörung der Konzerne geht. Auch Reichsbürger und Neonazis suchen Anschluss an die links-rechte Querfront, deren Mitläufer sich nicht um die Problematik der Reichsfahne scheren, die auf den Demos zum modischen Accessoire geworden zu sein scheint.

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