Berlin - Franziska Giffey hat in ihrer Doktorarbeit an vielen Stellen getäuscht und von anderen Autoren abgeschrieben, ohne dies kenntlich zu machen. Trotzdem durfte sie ihren Doktortitel behalten. Das haben viele nicht verstanden. Seit Freitag muss man auch den Präsidenten der Freien Universität dazu zählen. Die Universitätsleitung hat mitgeteilt, dass sie die Rüge, die ihr die FU erteilt hatte, aufhebt und nun noch einmal das ganze Verfahren aufrollen will.

Es ist eine gute Entscheidung. Dass sie dennoch überrascht, wirft ein grelles Schlaglicht auf die Universität selbst. Denn das Verfahren, das nach den Plagiatsvorwürfen gegen Giffey geführt worden war, ist mindestens so fragwürdig gewesen wie die Dissertation der Politikerin. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte das Präsidium der FU, das jetzt die Rücknahme erklärte, Giffey eben diese Rüge erteilt, obwohl so etwas in Berlin gar nicht vorgesehen ist. Das Gutachten dazu blieb so lange unter Verschluss bis der Asta die Herausgabe rechtlich erzwang.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.