Berlin - Im 1980 erschienen Film „Blues Brothers“ spielt das Soul Food Cafe in einem Chicagoer Armenviertel eine zentrale Rolle. In dem von Schwarzen wie Weißen gut besuchten Restaurant hat die berühmte Soul-Sängerin Aretha Franklin einen ungewöhnlichen Auftritt – als Bedienung. Wer einmal gesehen und gehört hat, wie sie ihrem Mann in der Küche klarmacht, dass er für sie, wie sie lauthals singt – „Freedom, Freedom“ –, gefälligst üppiges, fettes Essen kochen soll, weiß: Soul Food ist mehr als eine Form der Nahrungszubereitung, es ist das Symbol der kulturell und emotional tief verankerten Überzeugung, dass hyperkalorische Üppigkeit selbst die Armen am schier endlosen Nahrungsreichtum Amerikas teilhaben lasse. Wenigstens brächten frittierte Hühnchen, buttertriefende Maisbrote und fett überbackene Pies sowie herrlich zuckrige Kuchen das Vergessen ihres Unglücks.

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