BerlinDie Corona-Pandemie hat Gewissheiten des Berliner Politikbetriebes erschüttert: In der CDU zanken sich drei Männer um den Vorsitz, über die SPD redet kein Mensch mehr – und die Grünen sind ein Anker der Stabilität. Die Grünen sind im Zentrum der Politik angekommen, wahrscheinlich wurde das selten deutlicher demonstriert als auf dem digitalen Parteitag am vergangenen Wochenende.

Ausgerechnet die Partei, deren Basis einst mit Rio Reiser von „Keiner Macht für niemand“ träumte, die seit 15 Jahren in Opposition sitzt, formuliert erstmals deutlich einen Führungsanspruch. Macht sei bei den Grünen oft ein Igitt-Wort gewesen sei, erinnert der Co-Vorsitzender Robert Habeck in seiner Rede. Aber: „Macht kommt von Machen.“ In den Umfragen liegt die Partei seit Monaten stabil bei rund 20 Prozent vor der SPD. Erstmals kämpfe eine dritte Partei um die Führung des Landes, sagt Habeck. So kann es auch klingen, wenn jemand an der Tür des Kanzleramtes rüttelt.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.