Das Zentrum für Politische Schönheit wurde wegen „Verletzung der Totenruhe“ angezeigt. 
Foto: Getty Images/ Michele Tantussi

Berlin - Am vergangenen Freitag reiste Angela Merkel erstmals nach Auschwitz und hielt dort eine beachtliche Rede. Sie sprach nicht verschleiernd von Mordtaten, die „im deutschen Namen“ begangen worden seien. Sie verzichtete auf die üblichen Distanzformeln wie „die Rassenideologen“, „die Hitler-Diktatur“, „die Nationalsozialisten“ usw. Sehr klar sprach sie von „Verbrechen, die hier von Deutschen verübt wurden – Verbrechen, die die Grenzen alles Fassbaren überschreiten“. So hat noch kein Bundeskanzler oder -präsident vor ihr geredet. Warum? Die Politiker hatten endlos lang Rücksicht auf die Verbocktheit ihres Volkes zu nehmen. Im Westen forderten Journalistinnen wie Marion Gräfin Dönhoff jahrzehntelang den Schlussstrich; im Osten redete die SED-Führung den Leuten ein, sie alle gehörten zum geschichtlich edlen Teil der Deutschen.

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