Berlin - Es hat in der vergangenen Woche ein kleines Beben in der deutschen katholischen Kirche gegeben. Zum ersten Mal wurden Namen genannt von Entscheidungsträgern, die den sexuellen Missbrauch in ihrem Verantwortungsbereich verbuddelten, anstatt die Umstände aufzuklären, die Täter zu bestrafen und sich um die Opfer zu sorgen. Es gab dann auch gleich Konsequenzen. Einige Köpfe sind gerollt. Ein großes Beben ist das allerdings noch nicht gewesen, und es ist auch ungewiss, ob von alleine noch mehr folgen wird.

Die Erschütterung ging von jener Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag aus, in der das mit Spannung erwartete Rechtsanwaltsgutachten über den Umgang mit Missbrauchsvorwürfen im Erzbistum Köln vorgestellt wurde. Eine Statistik des Versagens listete der Rechtsanwalt Björn Gercke auf: 75 Pflichtverletzungen, davon geht zwar ein Drittel auf das Konto des verstorbenen früheren Kardinals Joachim Meisner, aber auch aktuelle Bischöfe wie der Hamburger Bischof Stefan Heße wurden genannt und haben mittlerweile Rom um ihren Rücktritt ersucht.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.