Berlin - Der für den November verhängte „Lockdown light“ trifft nicht nur Gastronomen und Künstler, sondern bringt auch Studierende in finanzielle Not. Schon jetzt leben laut dem Deutschen Studentenwerk rund 200.000 Studierende in struktureller Armut. Die Linke im Bundestag schlägt daher eine Reform des Bafög vor. Ziel müsse eine krisenfeste Förderung sein, zu der mehr Studierende Zugang hätten als bisher. Derzeit haben je nach Berechnungsgrundlage nur elf bis 16 Prozent der Studierenden überhaupt Anspruch auf Bafög. „Damit konterkariert die reale Entwicklung die Zielsetzung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, von der Bafög-Reform 2019 vor allem die Mittelschicht profitieren zu lassen“, heißt es in einem Antrag der Linken, über den der Bundestag am Donnerstag debattiert.

Ursprünglich sollte das Bafög Menschen aus einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen ein Studium ermöglichen. Damit dies auch künftig wieder besser gelingt, fordert die Linke, zunächst die Elternfreibeträge um zehn Prozent zu erhöhen. Aus Gesprächen mit Gewerkschaften und dem Statistischen Bundesamt wisse man, dass nur so der Kreis der Berechtigen nennenswert vergrößert werden könne. Wie viel mehr Studierende durch eine solche Maßnahme in den Genuss des Bafög kämen, ist allerdings unklar. „Wie hoch die Elternfreibeträge sein müssten, um mehr Personengruppen zu erreichen, lässt sich nur schwer beziffern, da Faktoren wie Anzahl der Kinder und Einkommen von Lebenspartnern berücksichtigt werden müssen“, sagt Nicole Gohlke, hochschulpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, der Berliner Zeitung. Greifen soll die Anpassung laut Antrag ab dem Wintersemester 2021.

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