Martina Rosenberg.
Foto: Bundeswehr

BerlinMehr als 700 rechtsextremistische Verdachtsfälle bei der Bundeswehr, Waffenfunde bei einem Mitglied der Eliteeinheits KSK – es ist kein leichtes Erbe für Martina Rosenberg. Die Juristin soll die neue Präsidentin des Militärischen Abschirmdienstes, kurz MAD, werden; sie ist die erste Frau in dieser Position.

In ihrem neuen Amt wird von Rosenberg nichts weniger erwartet, als den MAD zu modernisieren und einen effektiven Kampfs gegen Rechtsextremismus in der Bundeswehr zu führen.

„Ich freue mich, dass wir mit Frau Rosenberg wieder eine fachlich sehr versierte, kommunikative und durchsetzungsstarke Behördenleiterin gefunden haben“, sagte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Vorstellung der Personalie.

Vor knapp zwei Wochen hatte Kramp-Karrenbauer den bisherigen MAD-Präsidenten Christof Gramm von seinen Aufgaben entbunden. Kramp-Karrenbauer soll ihm nicht mehr zugetraut haben, die Herausforderungen bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus in der Bundeswehr zu bewältigen, heißt es.

Nun soll Martina Rosenberg es richten. Unvorbereitet übernimmt die Juristin die Aufgabe nicht. Seit Mai 2018 war die gebürtige Frankfurterin als Bundeswehrdisziplinaranwältin tätig und damit zuständig für alle gerichtlichen Disziplinarverfahren gegen Soldaten. Sie habe dabei bereits eine „Schlüsselrolle“ bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus in den Streitkräften innegehabt, erklärte das Verteidigungsministerium.

Man kann davon ausgehen, dass Martina Rosenberg sehr genau weiß, worauf sie sich einlässt.