BerlinEs gibt in all den Diskussionen, wie man mit der Pandemie verfahren soll, einen Satz, der regelmäßig wiederholt wird: „Die Schulen und Kitas bleiben weiterhin geöffnet.“ Es gibt ihn noch in einer Abwandlung, die die Absicht aber umso mehr bekräftigt: „Die Schulen und Kitas schließen als letztes und sie öffnen als erste wieder.“ Die Politikerinnen und Politiker, die ihn verwenden, setzen dann meist hinzu, dass sie aus den Erfahrungen des ersten Lockdowns im März gelernt hätten. Dass man gesehen hätte, wie die Familien gelitten hätten und dass man das nicht wiederholen wolle.

Damit ist das Thema dann abgehandelt. Wenn alles wie immer ist, dann muss darüber nicht weiter geredet werden. Es gibt schließlich genug Bereiche, die sich derzeit im Ausnahmezustand befinden. Da ist es doch toll, wenn wenigstens in einem Bereich Normalbetrieb herrscht, nicht wahr? Ich habe allerdings zunehmend den Eindruck, dass die Schulen in dieser Hinsicht auf Biegen und Brechen einen Anspruch erfüllen müssen. Den Anspruch, dass wenigstens hier alles in Ordnung ist. Doch die Widersprüche, die sich daraus ergeben, werden zunehmend bizarrer.

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