Tausende Menschen feiern Silvester am Brandenburger Tor.
Foto: dpa/Jörg Carstensen

BerlinHunderttausende Menschen feiern am Brandenburger Tor Silvester. Bereits Stunden vor Mitternacht war der Andrang groß.

Besucher müssen mit strengen Sicherheitskontrollen rechnen. Feuerwerk, Flaschen, spitze Gegenstände und größere Taschen sind auf dem Areal verboten. Das Veranstaltungsgelände mit Essensständen und Riesenrad ist eingezäunt. Berlin lädt in der Nacht zum Mittwoch zum 25. Mal zur größten Silvesterparty Deutschlands.

Am Abend haben sich unter anderem die Boygroup East 17, Schlagerstar Frank Zander und die schwedische Rockband Mando Diao angekündigt. Mit vielen anderen Musikern und Künstlern wollen sie die letzten Stunden des Jahres 2019 feiern.

Samoa und Kiribati begrüßen 2020 als Erste

Gerade so westlich der internationalen Datumsgrenze gelegen, haben die pazifischen Inselstaaten Samoa und Kiribati das neue Jahr weltweit als Erste begrüßt. Über Samoas Hauptstadt Apia erstrahlte wie schon in vorherigen Jahren ein großes Feuerwerk. Nicht wenige Touristen nehmen eigens zu Silvester die Flugreise ins entlegene Pazifikgebiet auf sich, um beim Jahreswechsel weltweit ganz vorn dabei zu sein.

Samoa hatte sich 2011 per Verlegung der eigenen Zeitzone in die Silvester-Pole-Position gebracht und ist damit noch eine Stunde früher im neuen Jahr als Neuseeland.

In Auckland begrüßen die Menschen das neue Jahr 2020.
Foto: Getty Images for Ateed/Steve Thomson

Spektakuläres Feuerwerk in Sydney

Zwei weitere Stunden später knallten in Australiens Ostküstenmetropole Sydney die Korken (14 Uhr MEZ). Hunderttausende bestaunten in der Silvesternacht ein spektakuläres Feuerwerk - ungeachtet der verheerenden Buschbrände im Land.

Angesichts derer hatte im Vorfeld eine Petition zur Absage der Pyro-Show Hunderttausende Unterzeichner gefunden. Die Stadt hielt aber am Plan fest; die Feuerwehr erteilte eine Sondergenehmigung fürs Feuerwerk. Die Hauptstadt Canberra sagte hingegen ihr Silvesterfeuerwerk wegen der Brandgefahr ab.

Über der Hafenbrücke und dem Opernhaus glitzert es in Sydney.
Foto: dpa/Dean Lewins/City of Sydney/AAP

Australien war wegen seiner geografischen Lage eines der ersten Länder weltweit, in dem das neue Jahrzehnt begann. Hunderttausende Schaulustige wohnten dem berühmten Feuerwerk am Hafen der Millionenstadt Sydney bei. Mehr als 100.000 abgefeuerte Raketen erleuchteten die Skyline mit dem Opernhaus und der Harbour Bridge. Das Feuerwerk zieht Jahr für Jahr zahlreiche Touristen an. Der Touristenandrang beschert Sydney alljährlich Einnahmen von umgerechnet rund 80 Millionen Euro.

In Japan wurde um Mitternacht (16 Uhr MEZ) mit dem Glockenläuten der buddhistischen Tempel das neue Jahr empfangen. In den kommenden drei Tagen werden Millionen Japaner die Tempel und Schreine im Land besuchen, um dort für Glück und Wohlstand zu beten. Auch in Südkorea nahmen die Menschen am traditionellen Glockenzeremonien teil.

Kein Großfeuerwerk in Hongkong -  Tränengas gegen Demonstranten

In Hongkong ging die Polizei kurz nach Mitternacht mit Tränengas gegen Demokratie-Aktivisten vor, die Silvester für neue Proteste nutzten. In der chinesischen Sonderverwaltungszone wurde kurz vor dem Jahreswechsel (17 Uhr MEZ) die Absage des geplanten Großfeuerwerks bestätigt. Die Touristenbehörde nannte Sicherheitsgründe wegen erwarteter Protestaktionen. Stattdessen sollte es die allabendlich veranstaltete Lichtshow in einer speziellen Neujahrsversion geben. 

In der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh soll dagegen planmäßig in luftiger Höhe das Feuerwerk starten. Die Pyro-Show findet auf dem landesweit höchsten Gebäude, dem über 500 Meter hohen Wolkenkratzer Taipeh 101, statt. In 300 Sekunden sollen den Organisatoren zufolge 16.000 Feuerwerkskörper gezündet werden. Dazu gebe es eine Animation mit Szenen aus Taiwan auf einer gewaltigen LED-Wand. Dazu erwarten die Organisatoren Hunderttausende Feiernde. Das Spektakel am Wolkenkratzer ist seit 2004 ein Touristenmagnet.

Silvesterparty in Thailand

Feuerwerk über dem Chao Phraya Fluss in Bangkok, Thailand.
Foto: afp

Silvester mit kreativen Protestaktionen

In mehreren Großstädten Indiens - der mitteleuropäischen Zeit um viereinhalb Stunden voraus - kündigten verschiedene Gruppen an, die Silvesterfeiern am Abend mit kreativen Protestaktionen begleiten zu wollen. Seit Wochen demonstrieren Tausende im Land gegen ein umstrittenes Einbürgerungsgesetz.

Moskauer begrüßen ausgelassen das neue Jahr

Feuerwerk explodiert über dem Kreml.
Foto: dpa/Denis Tyrin/AP

Die russische Hauptstadt Moskau hat mit einem großen Fest am Roten Platz ausgelassen das neue Jahr 2020 begrüßt. Zehntausende Menschen lagen sich um Mitternacht bei kühlem Wetter in den Armen, während am Himmel ein großes Feuerwerk zu sehen war. Auf Schnee mussten die Moskauer anders als im Vorjahr diesmal verzichten.

Die Feiern waren außerdem von einem Großaufgebot der Polizei und Sicherheitskontrollen begleitet. In der Metropole des größten Landes der Erde wurde das neue Jahr am Dienstag zwei Stunden früher als in Deutschland eingeläutet. Die weiter östlich gelegenen Landesteile waren noch früher auf 2020 angestoßen. Russland hat insgesamt elf Zeitzonen.

Böllerverbot in Italien

In Italien beschlagnahmte die Polizei in mehreren Großräumen massenhaft illegale Feuerwerkskörper - allein in Neapel und Umgebung vor Silvester-Beginn 52 Tonnen. In vielen italienischen Städten sind private Feuerwerke verboten. In Rom riskiert man zum Beispiel eine Strafe von 500 Euro, wenn man Böller und ähnliches zündet.

In der britischen Hauptstadt London, die eine Stunde nach Berlin ins neue Jahr kommt, wurden zum traditionellen Feuerwerk am Riesenrad London Eye nach Angaben der Stadt mehr als 100.000 Besucher erwartet.

Für besonders große Silvesterfreunde ergibt sich im Pazifik die Möglichkeit, gleich zweimal ins neue Jahr hineinzurutschen. Dafür könnte man nach dem Prosit auf Samoa nach Amerikanisch-Samoa reisen. Die Hauptstädte der Inseln liegen nur rund 125 Kilometer Luftlinie entfernt. Das US-Außengebiet liegt aber schon östlich der Datumsgrenze und hat 25 Stunden Zeitunterschied. Damit gehören Menschen auf Amerikanisch-Samoa auch noch nach Hawaii zu den letzten Ankömmlingen im Jahr 2020.